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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Deutsche  Studien.

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seinen  Plan  nur  noch  für  die  anderen  fünf  Comödien  des  Terenz
  festzuhalten.  Von  rührendem  Eifer  für  die  Sache  zeugt,
wenn  er  dann  Jedermann,  der  Affection  zu  solchen  Rhythmis
habe,  auffordert,  sich  darin  zu  versuchen,  ,vnd  der  gleichen
etwas  geistlichs  aber  weltlichs  an  tag  körnen“  zu  lassen.  ,On
zweiuel  ein  iglicher,  der  etwan  ein  Zuneigung  zu  diesem  Studio
vfi  zu  solcher  Poeterey  hat,  wird  befinden,  das  jm  solche
vbung,  zu  erkentnis  Deudscher  sprachen,  vnd  anderer  vieler
ding  sol  behülfflich  vnd  furtreglich  sein.“
Die  Zusätze  Greff’s  im  Stücke  selbst  sind  sämmtlich
J.  G.  unterzeichnet.  In  einem  neun  Seiten  langen  Prologus
ermahnt  Morio  zu  strenger  Kindererziehung,  indem  er  den
Nutzen  der  theatralischen  Spiele  auseinandersetzt  und  dem  Einwand ­
  begegnet,  dass  hier  ein  Spiel  angerichtet  werde,  ehe  noch
die  Fastnacht  gekommen  sei.  Offenbar  spricht  ein  Schüler:  das
Spiel  ist  angericht  ,von  unsern  Preceptoribus  on  furwitz,  vns
zu  nutz,  vnd  euch  zu  ehrn“.  Der  Narr  behauptet  vom  Platze
mitgenommen  zu  sein,  da  ihn  die  Spielenden  nicht  entbehren
konnten:
Man  spricht,  Es  ist  kein  spiel  so  klein
Es  mus  ein  Münch  aber  narr  drin  sein. 1
Auch  in  den  Vorreden  zum  zweiten,  dritten  und  zum
vierten,  fünften  Acte  zeigt  sich  Greff’s  Morio  als  ein  sehr  ernsthafter ­
  und  uninteressanter  Narr.  Desgleichen  im  Epilogus,  der
ein  Akrostichon  bildet  mit  dem  Namen  des  Verfassers  MAGISTER ­
  HENRICHS  HAM.
Auf  diese  Einflechtung  des  Narren  scheint  sich  Greff’s
Antheil  an  dem  Stücke  allerdings  zu  beschränken.
Aber  die  Vorrede  enthält  noch  eine  merkwürdige  Notiz.
Greff  verspricht,  wenn  die  Aulularia  gefalle,  mit  der  Zeit

Johann  von  Brandenburg,  Bruders  des  Kurfürsten  Joachims  II.  (Luther
Br.  de  Wette  5,  170);  als  Prediger  zu  Königsberg  in  der  Neumark  wurde
er  1563  abgesetzt,  weil  er  lehrte,  die  Jungfrau  Maria  habe  den  Heiland
der  Welt  mit  Weh  und  Schmerzen  geboren:  Kordes  Agricola’s  Schriften
(Altona  1817)  S.  304—308.
1  Vgl.  Prolog  zum  Mundus  (A5):  Wir  bringen  auch  ein  MSnnich  mit  Ja
wo  ist  der  im  spiel  nicht?  Ir  wist  es  ist  kein  spiel  so  klein  Es  wil  ein
alt  weib  oder  Münnich  drin  sein.
            
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