Deutsche Studien.
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und malt sich in der Phantasie alle die Herrlichkeiten aus,
die ihm Abends bevorstehen. Dabei Unanständigkeiten, welche
nicht sehr adelig-gebildet klingen.
In der letzten Scene kommen beim Uebersetzer alle wieder
zusammen, Anna, Sara, die Gäste des ersten Actes. Der Engel
hält noch eine längere Rede und darauf folgt die Vorschrift:
,Er verschwindet'. Wie er das machen soll, wird nicht gesagt.
Mit Bühnenvorschriften ist der deutsche Dichter überhaupt
nicht karg. Anna, das Weib des alten Tobaeus, weint viel;
und wo das zu geschehen hat, wird es allemal bemerkt. Ebenso
später Raguel beim Abschied von der Tochter. ,Weinende, kan
nicht reden weiter für weinen', sagt die Vorschrift.
Magister Fortmann wollte die deutsche ,Comoediam' aufführen
mit seinen Schülern. Um die mühsamen Abschriften
zu sparen, liess sie Gadenstedt drucken, ,Damit dieselbe vnter
die Personen, so hierzu sollen adhibirt werden, desto füglicher
könte ausgetheilet werden, auch den zusehern vnd andern
frommen Christen desto angenehmer were'. Uebrigens hatten
ihn auch schon ,andere ehrliche vornehme Leute' ersucht, das
Stück in den Druck zu geben.
Dass ihm der Druck einer solchen Arbeit als etwas ungewöhnliches
erschien, zeigt die lange Motivirung und die
feierliche Wendung gegen die Zoilos.
Andere Comödien (ich verstehe: aus dem Terentius christianus)
hatte er auch schon vertieret und war nicht abgeneigt,
sie zu veröffentlichen. Aber es scheint nichts daraus geworden
zu sein.
2. Joachim Greif.
Gr eff in Magdeburg.
Ueber die Schulcomoedie in Magdeburg hat schon Goedelce
Grundriss S. 306 Nachrichten zusammengestellt. Die von ihm
benutzte Vorrede Baumgart’s zum Iuditium Salomonis enthält
überhaupt enthusiastischen Preis der Magdeburger Schule mit
wichtigen historischen Nachrichten. Luther selbst nannte sie
(mündlich zu Baumgart) unsers Herrgotts Jugendbrunn im
Sachsenlande, und Melanchthon bezeichnete sie als ,nobile ornamentum
ecclesiae saxonicae'.