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Keller. Kritische Beiträge zum IV. Buche der horazischen Oden.
nicht so schlechter Versuch, nach dem im vorhergehenden
Verse stehenden evaganti eine Abwechslung herzustellen durch
Abänderung des tmouit in dimouit. Jedoch ist emovere entschieden
zu halten, es ist ein Lieblingsausdruck des Horaz, den er
auch serm. II 3, 28. epist. II 2, 46 gebraucht.
Et veteres revocavit artes,
13. Per quas Latinum nomen et Italae
Crevere vires famaque et imperi
15. Porrecta maiestas ad ortus
Solis ab Hesperio cubili.
15. ortus — ortum] Letzteres an sich lectio tritior und
also facilior und dazu noch sehr schlecht bezeugt (S' u v 2 und
Turic.): dennoch von L. Müller, Schütz und Andern in den
Text gesetzt. Vgl. Tibull. II 5, 57 ff.:
Roma tuum nomen terris fatale regendis . . .
Quaque patent ortus et qua fluitantibus undis
Solis anhelantis abluit amnis equos.
Der gleiche poetische Pluralis Ovid. metam. I 779: Patriosque
adit impiger ortus. Vgl. c. III 5, 52 den Pluralis reditus statt
reditum. Die Behauptung Nauck’s: ,ortum zeigt den Ort, ortus
zeigt Morgenröthen' scheint mir bedenklich.
17. Custode rerum Caesare non furör
Civilis aut vis exiget otium,
19. Non ira, quae procudit enses
Et miseras inimicat urbes.
18. Exiget — Eximet] exiget (var. exigit) A'X', auch g
am Rande (Mavortius) und Rir', ebenso Pph. Porph.' und Ac.
Auch gloss T (hier gloss. b interlin.) las so, indem es ,eiciet‘
erklärt, eximet q'/ und FS'Lu'. Die Bezeugung ist somit
fast gleich für beide Lesarten. Die Construction spricht für
exiget, weil zu eximet ein Dativ erwartet wird, vgl. c. II 2, 19.
III 14, 14. epist. I 5, 18. Auch ist exiget aus ästhetischer
Rücksicht vorzuziehen, weil es energischer ist und zu furor
und vis besser passt, als das mattere eximet.