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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Kritische  Beiträge  zura  IV.  Buche  der  horazischen  Oden.

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29.  Ut  barbarorum  Claudius  agmina
Ferrata  vasto  diruit  impetu,
31.  Primosque  et  extremos  metendo
Stravit  humum,  sine  clade  victor.
28.  meditatur  —  minitatur].  Eine  uralte  Variante,  hinsichtlich ­
  der  auch  die  Gelehrten  des  Alterthums  auseinandergehen. ­
  Servius  citiert  wiederholt  zu  Georg.  III  153  und  zu  Aen.
IV  171  meditatur;  Nonius  p.  218  ed.  Quicherat  las  offenbar
minitatur,  denn  seine  Handschriften  haben  minatur;  schol.  T
las  meditatur:  melius  dixisset  facit  quam  meditatur.  Diess  ist
aus  Porphyrion,  welcher  bietet:  male  dixit  meditatur  (so  ist
natürlich  mit  Fabricius  zu  lesen,  besonders  wegen  condiscere,
nicht  —  mit  W.  Meyer  —  minitatur),  quia  in  ipso  actu  est  nec
debet  cogitare  aut  condiscere  id  quod  iam  facit.  Mavortius  (A  X'
g  c)  las  minitatur.  Die  I.  Classe  der  Horazhandscliriften  hatte
meditatur  (a  y  R),  die  III.  (F  o'  u'  und  rJ)  und  die  Horazhandschrift,
  welche  auf  die  Lemmata  Porphyrions  von  Einfluss  war,
hatte  minitatur;  in  der  it'-Familie  waren  beide  Lesarten  nebeneinander: ­
  minitatur  w'  b,  meditatur  R  a.  Kurz  es  scheint,  wie
gesagt,  eine  uralte  Variante  vorzuliegen,  die  vielleicht  schon
im  Archetyp  gestanden  hat.  Sehr  schade,  dass  die  B  C-Familie
fehlt,  so  können  wir  also  nur  an  die  übrigen  Handschriften
uns  haltend  aussprechen:  I.  Classe  meditatur,  III.  Classe  nebst
u'  und  Mavortius  minitatur.  Porphyrio  und  Servius  meditatur,
Nonius  minitatur.  Vergleichen  wir  die  Variante  mollivit  —
mollibit  c.  III  23,  19,  so  lässt  sich  nicht  ohne  weiteres  behaupten, ­
  dass  minitatur  besser  bezeugt  sei  als  meditatur,  sondern
es  fragt  sich  nun,  da  die  Ueberlieferung  an  sich  keine  Ent
Scheidung  gibt,  ob  der  Sinn  oder  der  Sprachgebrauch  mehr
für  minitatur  sprechen  oder  für  meditatur.  Dem  Sinne  nach
dürften  beide  Worte  gut  passen:  meditari  wegen  der  Parallelstellen ­
  von  den  Stierkämpfen,  wo  meditari  terminus  technicus
ist  von  dem,  was  der  zur  höchsten  Wuth  gereizte  Stier
Tückisches  und  Boshaftes  im  Schilde  führt,  von  seinem  Benehmen, ­
  wenn  er  sich  anschickt,  um  in  rasender  Wuth  auf
den  Gegner  loszubrechen:  Verg.  Aen.  X  455:  meditantem  in
proelia  taurum.  Sil.  It.  V  315:  pugnas  meditantem  (taurum)
spectat  harena.  Gewiss  passt  das  Word  hieher,  wo  von  der
            
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