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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Kritische  Beiträge  zum  IV.  Ruche  der  horazischen  Oden.

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harenas.  Hier  bei  Horaz  sind  beide  Lesarten  gleich  gut  bezeugt,
delapsam  in  den  Handschriften  besser,  dilapsam,  was  nur  in  der
III.  Classe  (ohne  R  X')  steht,  in  den  Scholien.  Wo  es  sich  um  die
ausserordentlich  häufige  Verwechslung  von  i  und  e  handelt,
müssen  Sprachgebrauch  und  Sinn  entscheiden.  Dass  der  erstere
für  dilabi  ist,  sahen  wir  an  den  angeführten  Beispielen.  Der  Sinn
ist  richtig  entwickelt  von  Gesner:  Dum  fax  paulatim  consumitur,
dilabuntur,  disperguntur  cineres:  Wie  die  Fackel  zu  Asche
zerstiebt,  so  verlöschen  alle  ihre  Reize!  Man  sieht  dass  der
Plural  cineres  sehr  passend  gewählt  ist.  Nauck  zieht  in  einer  ein
facem  wegen  des  Reimes,  der  Handschriften  und  des  Sprachgebrauches ­
  vor;  cinerem  ist  aber  sehr  schlecht  bezeugt  und
gibt  sich  deutlich  als  Interpretationsglossem  (schob  f  interpretieren ­
  unter  Anwendung  der  Phrase  in  cinerem).  Bloss  §'
und  Turic.  haben  cinerem.  Alle  andern  Handschriften  und  Acr.
und  Porphyr,  und  schob  F  X  haben  cineres,  was  also  ohne  alle
Frage  im  Archetyp  gestanden  hat.  Dass  der  Sprachgebrauch
keineswegs  gegen  in  cineres  dilabi  ist,  zeigen  die  zuerst  citierte
Lactantiusstello,  Ovid.  met.  II  628,  Verg.  Aen.  VI  226,  Valer.
Max.  V  3.
IV  14.
1.  Quae  cura  patrum  quaeve  Quiritium
Plenis  bonorum  muneribus  tuas,
3.  Auguste,  virtutes  in  aevom
Per  titulos  memoresque  fastus
5.  Aeternet,  o  qua  sol  habitabilis
Illustrat  oras,  maxime  principum?
4.  fastus  —  fastos]  I.  und  II.  Classe  Mavortius  (A1  g
und  X  corr.),  nebst  FRzsa 1  Tur.  sind  für  fastus,  ebenso  X  corr.
Fastos  haben  S  ,  X  pr.  u'  L  p  er  s  Ac.  der  Codex  des  Victorinus
de  metris  Horatii  p.  181  bei  Keil  hat  leider  nur  ,fa‘.  Gleich
nach  titulos  folgend  ist  fastos  für  den  Abschreiberstandpunkt
die  lectio  facilior.  Da  also  fastus  hier  besser  bezeugt  ist,  so
vermuthe  ich,  dass  es  von  Horaz  der  Abwechslung  wegen  gewählt
worden  ist,  weil  titulos  vorhergieng.  Gewiss  aus  gleichen  Rücksichten ­
  auf  Tonfall  und  Wortklang  sagt  er  z.  B.  das  einemal:
Argeus  c.  II  6,  5,  das  anderemal  Argivus  c.  III  16,  12.  Pph.'
hat  fasces,  wieder  eine  falsche  Variante.  Die  Form  fastus
            
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