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Keller.
auch andere Schriftsteller des Alterthums trifft, das halte ich
für eine unwahre, unwissenschaftliche Art der Interpretation.
Geben wir ruhig den historischen Irrthum des Horaz zu: als
Dichter bleibt er dennoch gross. Der dritte und schwächste
Einwand gegen V. 17, übrigens nicht gegen diesen allein und
speciell, wird erhoben auf Grund des Vierzeilengesetzes. Diese
Meineke’sche These ist für Manche ein Dogma geworden, an
dem zu rütteln die grösste Ketzerei ist. Doch haben sich auch
schon sehr entschiedene Stimmen dagegen hören lassen, z. B.
Düntzer, Einleitung zu seiner Horazausgabe S. 18. Und mindestens
für das IV. Buch der Oden, das sich ja in mehreren
Aeusserlichkeiteu wesentlich von den ersten drei Büchern unterscheidet,
ist das Gesetz durchaus unbewiesen (siehe J. Häussner,
de Hör. c. IV 8, Programm des Gymn. zu Freiburg im Br.
1876). Da sich unser Gedicht zwar mit zwei, aber nicht mit
vier dividieren lässt, so hat man versucht, 2, 6, 10, 14 Verse
auszuwerfen oder auch (an verschiedenen Stellen) zwei Verse
einzuschieben. Diess sind lauter gewaltthätige und werthlose
Manipulationen. Pläussner a. a. O. führt aus, dass auch weder
bei dem Metriker aus der Zeit Neros, Caesius Bassus, eine
Spur des Meineke’schen Gesetzes sich zeigt, noch dass in den
lyrischen Partien der Tragödien Senecas, trotz der vielen Anklänge
an Horaz, ein Vierzeilengesetz zu Tage tritt. Wenn
man endlich sogar in einigen Ueberschriften der horazischen
Oden die Zufügung des Wortes Tetracolos als ein urkundliches
Zeugniss für das Vierzeilengesetz hat nehmen wollen
(Usener im Rhein. Mus. XXIV 343), so dürfte daran bei
näherer Betrachtung nichts Stichhältiges bleiben, als dass in
c. IV 7 der Urheber der Mavortiana (A'B/f), also vielleicht
Mavortius selbst oder der Copist des Stammcodex entweder
durch einen Schreibfehler 'tetracolos statt dicolos gesetzt hat,
oder dass jener Mann wirklich c. IV 7 in vierzeilige Strophen
zerlegt hat. Mir ist die erstere Annahme, die eines Schreibfehlers,
wahrscheinlicher. Hier in der achten Ode fügt der
gleiche Mann (A B')/) das richtige monocolos bei, während in
der I. Classe (ay) tetracolos zugefügt wird; letzteres ist ein
entschiedener Irrthum, Verschreibung für monocolos; denn es
liegt weder die geringste Spur, noch der geringste Schatten
von Wahrscheinlichkeit vor, dass (selbst eine Interpolation