156
Keller.
der zur Entschuldigung- ,digressionem non minus sobriam et
critico clignam‘ aus Pindar Ol. 1, 28 — 42 citiert, sondern eine
kleine Neckerei gegen Tiberius, der seine Hofgelehrten mit
zum Theil absurden antiquarischen Fragen quälte. (Weil in
Jahn’s Jahrbuch. 1855, S. 720.) Sueton. Tib. c. 70: ,Das grösste
Interesse jedoch hatte er für Mythologie und gieng darin bis
zum Läppischen und Lächerlichen. So stellte er die Sprachgelehrten,
Leute mit denen er besonders gerne verkehrte, durch
Fragen folgender Art auf die Probe: Wer die Mutter der
Hecuba gewesen? Wie Achill unter den Mädchen geheissen?
Was die Sirenen gewöhnlich für Lieder gesungen? Und am
ersten Tage, wo er nach dem Ableben Augusts die Curie betrat,
brachte er, um gleichzeitig der kindlichen Liebe und der
Religion genug zu thun, unter Berufung auf Minos Vorgang,
der es vor Alters beim Tode seines Sohnes ebenso gemacht,
ein Opfer mit Weihrauch und Wein, aber ohne Flötenbegleitung
darb
29. Fortes creantur fortibus et bonis:
Est in iuvencis, est in equis patrum
31. Virtus, neque inbellem feroces
Progenerant aquilae columbam.
29. Mavortius (A k'gc) interpungierte liier unrichtig nach
fortibus statt nach bonis. Ebenso unrichtig Fea. Auch Servius
scheint nach fortibus interpungiert zu haben; denn sein Citat
zu Verg. Aen. I 590 scliliesst mit fortibus. Fortis bonusque ist
eine stehende Redensart, somit ist es absolut sprachwidrig, die
Worte Fortes creantur fortibus et bonis zu zerreissen und mit
et bonis einen zweiten Satz zu beginnen. Vgl. epist. I 9, 13:
Et fortem crede bonumque. Cic. pro Milone 2, 4 zweimal: de
bonis et fortibus viris und ergo, fortis et bonos civis.
37. Quid debeas, o Roma, Neronibus,
Testis Metaurum flumen et Hasdrubal
39. Devictus et pulcher fugatis
Ille dies Latio tenebns,
41. Qui primus alma risit adorea,
Dirus per urbes Afer ut It.alas
43. Ceu flamma per taedas vel Eurus
Per Siculas equitavit undas.