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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

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Keller.

Ausserdem  stellt  Hülsenbeck  die  merkwürdige  Emendation
adulterae  statt  ab  ubere  auf.
Vielleicht  ist  auch  mancher  geneigt,  der  folgenden  Bemerkung ­
  von  Schütz  beizupflichten:  ,In  der  überlieferten  Lesart
liegt  nichts  Bedenkliches  ausser  der  von  Bentley  getadelten
Wortfülle  ab  ubere  depulsum  und  dazu  noch  lacte.  Ist  das
wirklich  ein  Grund  zur  Verdächtigung?  Eine  ähnliche  Wortfülle ­
  ist  z.  B.  c.  I.  37,  9;  wenn  man  will,  auch  c.  IV  1,  24
und  öfter.  Lade  depelli  [wie  schon  Jani  sagt]  ist  zu  Einem  Begriff ­
  geworden,  zu  dem  ab  ubere  immerhin  überflüssiger,  aber
doch  nicht  falscher  Weise  [ornatus  et  copiae  causa  sagt  Jani]
hinzugefügt  ist'.  Allein  es  ist  sehr  möglich,  dass  wir  schon
damit  zu  viel  zu  Ungunsten  des  Dichters  einräumen;  er  wollte
eben  vielleicht  den  Begriff  ,der  Milch'  entwöhnen  nicht  entbehren ­
  und  doch  auch  die  Löwenmutter  beschreiben;  dann
war  ab  ubere  unentbehrlich,  weil  Horaz  doch  nicht  zu  lade
einen  Genetiv  (matris)  fügen  konnte.  —  Düntzer,  wie  schon
Xylander,  Chabot  und  Gesner,  will  über  lac  zusammennehmen,
sagt  aber  in  demselben  Athem,  es  schwebe  dem  Horaz  Verg.
Georg.  II  (1.  III)  187  vor:  Iam  primo  depulsus  ab  ubere  matris.  Je
wahrscheinlicher  letztere  Behauptung  ist,  um  so  unwahrscheinlicher ­
  ist  die  erstere,  dass  nämlich  Horaz  bei  seiner  Nachahmung ­
  die  ihm  vorliegenden  Worte  ab  ubere  so  verdreht
hätte,  dass  sie  nicht  mehr  vom  Euter,  respective  von  den
Zitzen  weg,  sondern  von  dem  reichlichen  .  .  .  weg  bedeuten
sollten.  Wo  bei  einem  auf  Klarheit  Anspruch  machenden
Autor  von  Milch  die  Rede  ist,  wird  über,  uberis,  uberi,  ubere
niemals  reichlich,  sondern  stets  Euter  bedeuten.  Eine  wunderschöne ­
  Parallelstelle  haben  wir  bei  Statius  Theb.  IX  739  ff.:
Ut  leo  cui  parvo  mater  Gaetula,  cruentos
Suggerit,  ipso,  cibos,  cum  primum  crescere  sensit
Colla  iubis  torvusque  novos  respexit  ad  ungues,
Indignatur  ali  tandemque  effusus  apertos
Liber  amat  campos  et  nescit,  in  antra  reverti.
IV  4,  17.
17.  Statt  Raeti,  wie  jedenfalls  im  Archetyp  stand,  und
wie  auch  Acr.'  las,  ist  seit  Nie.  Heinsius  und  Bentley  die
            
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