Kritische Beiträge zum IV. Buche der horazischen Oden.
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Anderer mit Du eingeführt werden, weil gleich in der folgenden
Strophe:
Te decem tauri totidemque vaccae,
Me teuer solvet vitulus, relicta
Matre qui largis iuvenescit herbis
ln mea vota.
ganz klar wieder Antonius angeredet wird. Ein solches Herumspringen
von einer angeredeten Person zur andern, ohne dass
im V. 53 irgend eine Andeutung gegeben wäre, dass hier nicht
der eben angeredete Triunvphus, sondern wieder der früher angeredete
Antonius gemeint sei. ist durchaus unmöglich; nusquam
Horatius tanta laborat obscuritate. Man hat vielmehr die alte
Emendation (am frühesten liegt sie vor im Argentor. II im
Parisinus s, und in Vanderbourg’s cod. Parisinus T) Tuque statt
Teque zu acceptieren und die Entstehung des kleinen Ungenauigkeitsfehlers
zu erklären aus einem Vorausirren des
Auges auf den Anfang der Strophe Te decem. . . . Mit dieser
kleinen Aenderung erhalten wir die gleichmässige Anrede an
Antonius lulus im ganzen Gedichte und damit die echt horazische
Klarheit der Anordnung. Allerdings bleibt eine kleine
Schwierigkeit, nämlich die Einschiebung der Worte Non semel
dicemus zwischen die beiden zu ihnen sich als Objecte verhaltenden
Ausrufe: io triumphe! io triumphe! Allein es ist ja eine bekannte
Thatsache, dass auch dicere wie inquit, von den Dichtern
zwischen die verba ipsissima eingeschoben werden kann, c. III
27, 35. Zumpt §. 801. Ganz besonders lässt sich vergleichen
Ovid. trist. IV 2, 47 ff.:
Hos super in curru, Caesar, Victore veheris
Purpureus populi rite per ora, tui:
Quaque ibis, manibus circumplaudere tuorum,
Undique iactato flore tegente vias.
Tempora Plioebea lauro cingentur ,io‘que
Miles ,io‘ magna voce ,triumphe! 1 canet.
Also bleibt schliesslich kein Bedenken gegen die Auffassung
der AVorte: Und während du, Antonius, beim Triumphzuge
des Augustus vorangehst, nämlich als Prätor (vgl. Ritter zu
dieser Stelle), der auch das Festmahl, auf dem Capitol zu