Kritische Beiträge zum IV. Buche der horazischen Oden.
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fuit. Primurn lectionem hanc servandam omnino non dubitcivi, et
commentatorem nostrum satis apposite interpretari, praesertim
Omnibus antiquis codicibus manu scriptis in hoc consentientibus
Quid multis? Hoc assecutus sum, Plinium in naturali
historia scribere, Cytheram olim Porphyrim nominatam: protinus
in Mela eandem sententiam cum invenirem, reversus ad Bland.
Codices, quod antea non observaram, vidi in xü purpur. apert.as
maculas xou porphy. quare sine ullo scrupulo xb porphyreis ut genuinam
et Horatianam dictionem in sua sede statuendam putavi,
allusione ad insidam Porpliyrim Veneri sacram. Keine einzige
bis jetzt bekannt gewordene Handschrift hat die Lesart porphyreis
bestätigt, und warum sollte denn nicht Venus so gut
mit purpurnen Schwänen fahren dürfen als Neptun mit blauen
Rossen? Horaz imitiert hier offenbar die Sappho, wo die Sperlinge
purpurn sind, und zwar gerade die am Wagen der Venus.
Uebrigens hatte schon Lambinus an der Ueberlieferung gerüttelt
und marmoreis vorgeschlagen (ziemlich unglücklich, da
V. 20 marmoream wiederkehrt): daher die Emendationslust
des Cruquius, für welche er wie Muret, Marcilius, Valart, Barth
und andere Gelehrte jener Zeiten gelegentlich auch einmal
einen handschriftlichen Beleg hngierte. Eine Parallele in diesem
Stück ist seine Anmerkung zu c. II 19, 23: Rhecum. Sic habet
cod. Bland, antiquiss. sed non sine litura (mit dieser Phrase,
wie oben mit den apertae macidae sucht er offenbar sein Gewissen
zu salviereft): quam lectionem servandam esse habemus
ex Apollodoro lib. 3. In unseren Handschriften ist Rlioetum
so gut bezeugt, dass es sicher im Archetyp stand: keine einzige
von all den vielen Handschriften, welche uns zu Gesicht
gekommen sind, hat Rhecum oder überhaupt ein c statt des t.
Wer also überhaupt die Ehrlichkeit des Cruquius, welche bis
vor wenigen Jahren für die tonangebenden Horazkritiker eine
Art Glaubensartikel war, als discutierbar betrachtet, der wird
hier zugeben müssen, dass es sehr den Anschein hat, als habe
Cruquius einfach fingiert, dass eiue von ihm selbst aus Apollodor
geschöpfte Emendation in seiner damals, als er diess drucken
Hess, schon verbrannten Handschrift halb und halb gestanden
sei. Das Gleiche ergiebt sich für jeden, der unbefangen an
die Frage herantritt, bei Betrachtung seiner Anmerkung zu
c. III 8, 5: Docte sermones .... Sermonis in Bland, codicibus