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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph  Chm  el.

Einen  Zelient-  und  Gültentauseh,  welchen  Kloster  Goss  mit
seinem  Ratlie  Hanns  Ungnad  und  dessen  drei  Brüdern  eingegangen
hatte,  bestätigt  K,  Friedrich  als  Landesfürst  in  Steier  und  Erbvogt
des  Klosters  am  18.  Juli  1449  (s.  Regesten  I,  Nr.  2580).
Aber  nicht  nur  den  bestehenden  Klöstern  wendete  K.  Friedrich
seine  Gunst  und  Sorgfalt  zu,  er  dachte  auch  mit  Vorliebe  an  neue
Stiftungen;  da  ihn  die  gleich  zu  erörternden  in  seiner  Lieblingsstadt
Wiener  Neustadt  vorzugsweise  beschäftigten,  so  üherliess  er  die
Sorge  für  ein  in  Steiermark  zu  Rottenmann  zu  gründendes  Clior-„Erbmarselialich

  in  Keremlen  vnil  Obrister  Camrer  in  Steir  Bekenn  offenleich
„mit  dem  brieff  für  mich  vnd  all  mein  cribn  vnd  tuen  kund  allen  den  die  Nu
„sind,  oder  noch  kunftigklieh  werdent.  Als  ich  stössig  gewesen  bin  mit  der
„Hoehwirdign  frawn  frawn  Anna  Ahbtessinn  des  Gotzliaws  zu  Goss  vnd  mit
„Irem  Conuent,  von  wegen  ainer  mass  des  marschalichfueter  so  ich  von  des
„Marschalich  Amhts  auf  den  Güetern  so  das  benant  Gotzhaws  in  dem  laniule
„Kercndn  hat,  darumbe  vns  der  Ilochwirdig  Fürst  und  lierr  her  Laurencz,  der
„heylign  lcirichen  ze  Agiay  Patriarch  yetz  verweser  des  Bistiimbs  Lauen!  nach
„empfelliung  des  AUerdurlewchtigisten  Fürsten  vnd  herrn  hern  Fridreichen
„des  Romischn.  kunig  etc.  vnsers  allergnädigislen  lierren  mit  andern  so  dabey
„gewesen  sein  frontleich  geriebt.  Vnd  alles  mit  beider  taill  guetem  willen  ge-„aint
  hat,  soliclier  maynung  das  ich  vnd  all  mein  eribn  vnd  naclikomen  oder
„wer  das  marschalich  fueter  von  vnsern  wegn  innymbt  von  den  obberuerten
„guetern  ye  von  ainer  buchen  nemen  schullen  zwen  virling  habern  sandVeiter
„masze  vnd  ain  achttail  vnd  nicht  mer  nach  inhaltung  ainer  mass  so  dann
„yetz  gemacht  wirdet,  vnder  der  Stat  zu  sand  Veit  zaichen  vnd  auch  vnsern
„zaicben,  die  schullen  sew  ewigkleicli  gestrichen  geben  an  widerred.  Vnd  obe
„sew  darin  verezieclin  vnd  nicht  zu  rechter  zeit  zynnsen  wollen  ,  als  zwischn
„sand  »Ierttentag  vnd  derLiechtmess,  das  scliol  der,  der  das  Marschalichfueter
„von  vnsern  wegen  innymbt  an  des  Gotsliaws  Ambtman  bringen  der  schol  an-„uerczieclien
  schaffen  auszerichten,  wäre  der  aber  sawmig  darinne  so  mag
„sich  der,  der  das  Marschalichfueter  von  vnsern  wegen  innymbt  selhs  darumbe
„phennden,  als  von  alter  her  körnen  ist,  vnd  hat  darinne  wider  nyemants  ge-„tan.
  Vergessen  wir  vns  aber  darinne  vnd  die  obgeschriben  Tayding  vnd  richti-„gung
  nicht  gänczleich  stät  halden  wolden  des  sol  In  vor  vnd  Ir  schirm  sein
„der  Lanndesfürst  sein  Ilawblman,  vnd  Ir  anwalt  vnd  sew  dabey  hanndhaldcn
„vnd  scherm  nach  dem  lanndesreclitn  in  Keremlen.  Das  in  all  obgeschriben
„Tayding  vnd  Riehtigung  von  mir  vnd  all  meinen  eribn  stät  vnd  vnczebroclicn
„ewigkleicli  beleihe  gib  Ich  in  den  offen  briet  vnder  meinem  aigeii  anliangun-„dem
  lnsigill  darunder  ich  mich  verpind  mitsambt  meinen  eriben,  alles  das
„war  vnd  stät  zu  haltii  das  in  dem  brieff  geschrihn  stet.  Der  geben  ist  nach
„Kristi  geburd  Tawsent  vierhundert  vnd  in  dem  fünf  vnd  virczigistem  Jare  am
„nagsten  pliincztag  vor  Jubilate.”
            
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