Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Habslnu'g'ische  Excurse.

83

Das  vegulirte  Chorherreiv-Stift  Voraü  erliielt  am  1.  Juli  1443
einen  Bestätigungsbrief  aller  Privilegien  und  Freiheiten,  K.  Friedrich
gab  ihn  als  älterer  regierender  Fürst  des  Herzogthums  Steyer;  ein
Beweis,  dass  sein  Bruder  Herzog  Albrecht  als  Mitbesitzer  galt  (Regesten ­
  I,  Nr.  1493).  Das  Stift  hatte  in  diesem  Zeiträume  einen  resignirten
  Propst,  Nicolaus  Zink,  welcher  von  mehreren  Chorherren,
dem  Dechant  an  der  Spitze,  im  zweiten  Jahre  seiner  Verwaltung  (1432)
wegen  übler  Wirthschaft  war  gefangen  worden;  zu  erhalten,  obgleich
er  den  Besitz  der  Pfarre  Friedberg  zu  erlangen  wusste;  K.  Friedrich
bestätigt  ihm  am  21.  April  1449  die  vom  Capitel  selbst  ausgeworfene
jährliche  Rente  (Regesten  1,  Nr.  2560),  und  lässt  durch  seine  Räthe
eine  Convention  abschliessen  zwischen  ihm  und  dem  wirklichen  Propste
Andreas  zur  Beilegung  ihrer  langjährigen  Streitigkeiten,  am  13.  Juli
1449  (Regesten  I,  Nr.  2578).
Dem  Abte  Andreas  des  Benedictiner-Stiftes  Admont  überliess
K.  Friedrich  am  5.  August  1449  die  Veste  und  Herrschaft  mit  Landgericht ­
  zu  Wolkenstein;  er  soll  und  mag  jederzeit  einen  („erbern
vernuftigen”)  Edelmann  als  Pfleger  setzen  u.  s.  w.  Am  St.  Oswaldstage ­
  jedes  Jahres  hat  der  Abt  von  den  Nutzen  100  Pfund  Pfennige
abzuliefern,  das  Haus  muss  dem  Landesfürsten  offen  stehen,  auf  Verlangen ­
  abgegeben  werden;  mit  dem  Tode  des  Abtes  Andreas  wird
die  Veste  ledig  (Archiv  des  Finanzministeriums,  Ms.  150.  b,  fol.  59).

Es  wäre  eine  kritische  Untersuchung  der  Bullen  und  Actenstücke  aus  diesen
Jahren  höchst  wünschenswerth,  denn  die  Beurtheilung  der  Verhältnisse  wie
der  Personen  hängt  von  der  Echtheit  oder  vielmehr  von  der  wahren  Kenntniss
dieser  schriftlichen  Denkmäler  ab.  Wo  so  vielfache  Interessen  sich  kreuzen,
ist  die  Möglichkeit  lingirter  Actenstücke  nicht  bloss  von  einer  Seite  nahe
liegend.  Der  Erzbischof  von  Salzburg  war  übrigens,  wie  begreiflich  bei  seiner
Stellung,  mit  den  habsburgischen  Landesfürsten  im  besten  Einvernehmen.  So
quittirt  K.  Friedrich  IV.  am  5.  Juni  1447  aus  „Grecz”  den  Erzbischof  Friedrich ­
  von  Salzburg  über  15000  ungrische  Ducaten,  welche  Herzog  Sigmund
von  Oesterreich-Tirol  bei  ihm  hinterlogt  hatte,  und  die  dem  Leonhard  Ilarraclier,
  k.  Ratlie,  und  Bernhard  Fuchsperger,  königl.  Diener,  wirklich  übergeben
wurden  (Geh.  Ilausarchiv,  Salzb.  Kammerbücher  V,  Nro.  166,  p.  280).  Von
dem  am  17.  Februar  1448  zwischen  dem  römischen  Stuhle  und  der  deutschen
Nation  durch  den  Cardinal  Johann  Carvajal,  päpstl.  Legaten,  und  K.  Friedrich
zu  Wien  abgeschlossenen  Concordate  schickte  der  Letztere  an  demselben  Tage
ein  mit  den  Siegeln  des  Kaisers  und  des  Legaten  versehenes  Duplicat  dem  Erzbischöfe ­
  zu.  (Geh.  Hausarchiv.  Salzb.  geistl.  Abth.  8  (6)  1:}l / 10 .)  Im  Bauernaufruhr ­
  1525  wurden  die  Siegel  abgeschnitten.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  VIII.  Bd.  II.  Hft

6
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.