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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Habsburgische  Excui'se.

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heilen  mit  einem  Eifer,  der  für  eine  ruhigere  friedlichere  Zeit  passend ­
  gewesen  wäre.
Da  wir  die  kirchlichen  Verhältnisse  der  Passauer  Diöcese  an
einem  andern  Orte  ‘)  zum  Gegenstände  sorgfältiger  Untersuchung
machten,  wollen  wir  hier  Beispiele  aus  den  Diöcesen  des  Erzbischofs
von  Salzburg  und  seiner  Suffragane  oder  des  Patriarchen  von  Acjuileja
und  seiner  Suffragane  wählen,  da  die  Erblande  K.  Friedrichs  (das  ist
Steiermark,  Kärnten  und  Krain)  zu  diesen  Diöcesen  gehörten-,  um
sein  Verhalten  und  seinen  Eifer  zu  beleuchten.  Leider  fehlt  cs
gerade  an  Einzelforschungen  für  die  Kirehenges  chichte
Innerösterreichs.  Die  Diöcesen  Salzburg  (für  Steiermark  und
Kärnten),  Sec  kau,  Gurk  sind  noch  gar  nicht  bearbeitet,  Tang  Fs
Reihenfolge  der  Bischöfe  von  Lava  nt  ist  ein  verdienstliches  Werk,
ahfjr  welch  grosses  Feld  ist  die  Geschichte  einer  Diöcese!  Hohenauer’s
  Skizze  einer  Kirchengesehieilte  von  Kärnten  ist  eben  nur
eine  Skizze  und  zeigt  die  ungeheuren  Lücken  unsers  Wissens.  Die
historischen  Vereine  könnten  wohl  hier  am  verdienstlichsten  wirken,
wenn  sie  das  Materiale  für  eine  Kirchengeschichte  (freilich  lieber
gleich  die  ganze  Geschichte  des  Landes,  es  hängt  ja  alles  aufs
Innigste  zusammen)  mit  Sorgfalt  sammeln  würden.  Auch  hier  ist  der
einzig  erspriessliche  Weg,  die  Arbeit  zu  tbeilen  und  zu  geben  was
man  hat  und  findet;  will  man  warten,  bis  etwas  Ganzes,  Vollständiges ­
  zusammenkömmt,  so  kann  man  lange,  vielleicht  ewig  warten.
Monographien,  selbst  Fragmente  können  unsere  Kenntniss
wesentlich  erweitern,  aber  freilich  wird  man  darauf  gefasst  sein
müssen,  dass  später  neue,  reichere  Quellen  auftaueben,  welche  die
Ansichten  modificiren,  oft  gänzlich  umwandeln  müssen.
Zu  den  schwierigsten  Verhältnissen,  w  eil  sie  gemischter  Natur
sind,  gehören  die  Patronats  Verhältnisse,  überhaupt  Besitzverhältnisse, ­
  Gerichtsbarkeit,  Unterthänigkeit  der  geistlichen ­
  Besitzungen;  in  dieser  Beziehung  ist  freilich  die  Kirchen-J

 )  Siehe  meine*  Abhandlung;  „Beitrüge  zur  Beleuchtung  der  kirchli  eben  Zustände
  in  Oesterreich  im  fünfzehnten  Jahrhunderte”  (die  Passauer  Diöcese
unter  Bischof  Leonhard  von  1439  (1424)  bis  1451  in  dem  zweiten  Bande
unserer  Denkschriften.  Was  ich  in  derlei  „Abhandlungen”  oder  in  „Excursen”
  theilweise  nicht  ohne  Mühe  mit  sorgfältiger  Einzelforschung  zusammentrage,
  hoffe  ich  im  vierten  (letzten)  Bande  der  Geschichte  K.  Friedrich’s  IV.
im  übersichtlichen  Zusammenhänge  darstellen  zu  können.

&  *
            
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