Habsburgisclie Excurse.
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Die Diöcesanen aber (d. i. die Bischöfe) und noch mehr der Klerus
waren mit dieser Indulgenz (auf ihre Kosten) höchst unzufrieden
und ihre Klagen waren auf der im Jahre 14116 gehaltenen Provinzial-Synode
lebhaft genug.
Kurze Zeit darauf bewilligte der Papst dem Kaiser die Erhebung
des zehnten Theils der Einkünfte eines Jahres von dem Klerus im
gesammten heiligen römischen Reiche und beauftragt den Erzbischof
von Cöln und die Bischöfe von Siena und Gurk mit der Execution
dieser Einräumung ')•
Ausser diesen Bewilligungen gab der Papst dem frommen Kaiser
auch eine Reihe von geistlichen Gnadenbriefen, welche zunächst seine
Umgebung betrafen 3 ).
1 ) Rom am 18. April 1453.S. RegestenK. Friedrich’s IV., Bd. II, Nr. 3829. Vollständig
abgedruckt in m. Materialien II. S. 10, Nr. IX. Als Veranlassung zu
diesem Zehent wird die treue Sorgfalt für die Beeilte der Kirche und die aufopfernde
Mühe angeführt, welche K. Friedrich hatte, der Kirche den Frieden zu
verschaffen. „Attendentes igitur, quod carissimus in Christo filius nosterFride-„ricus
Romanorum Imperator semper Augustus universi cleri dicti imperii iuribus
„et libertatibus conservandis fidelis protectionis subsidiis, ac ecclesiarum
„et locorum sub eius imperio consistentium huiusmodi, sed etiam uni-„versalis
ecclesie pace et unitate ac apostolice sedis et
„saerf Romani imperii huiusmodi lionore et com modo cum
„fructu ecclesiarum earumdem Onera suhiit expensarum, ac
„reeensentes soquum fore et rationi consentaneum, quod idem clerus pro-„vide
congrua sibi gratitudine assurgat ac accomodum et relevamen
„prostet onerum huiusmodi sumptibus deducendis” .. . Die Abgabe trifft alle
„ohne Unterschied (Säcular- und Regularklerus), nur die Cardinäle sind
ausgenommen (wenn sie Bisthümer oder Pfründen im Reiche besitzen).
Die Widerspenstigen sind durch geistliche Censuren zu zwingen... „Volumus
„autem, quod iuxta ordinationem Viennensis concilii calices lihri et alia orna-„menta
paramenta ecclesiarum, monasteriorum, capellarum, domorum et
„aliorum ecclesiasticorum locorum divino cultui inibi deputata ex causa pigno-„ris
occasione exactionis decime huiusmodi nullatenus recipiantur , distralian-„tur,
vel etiam occupentur, quodque miserabiles persone et impotentes ad
„prestationem ac solutionem suhsidii et suhventionis predictorum nullatenus
„possint seu debeant compelli aut quovis modo coarctari.” —
) So veränderte er den Namen der Gemalilinn des Kaisers (Eleonore) in den Namen
Helena, zum Andenken der Mutter desjenigen Kaisers (Constantin),
welcher das Christenthum zur Staatsreligion erhoben hatte; als wollte er dadurch
anzeigen, dass K. Friedrich durch sein Verfahren die Kirche aufs Neue
begründet habe. D. dto. Rom 22. März 1452. Regesten K. Friedrich’s IV. Bd.II,