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Joseph C h m e 1.
und jede Mängel, welche aus Ursache des Ortes, der Zeit, des Stuhles
(erzbischöflichen), der Person oder wie sonst immer vorgeworfen
werden könnten — und damit nicht der geringste Zweifel wegen
dieser Uebergabe und Zuweisung erhoben werden könne, wollen
wir und beschliessen, dass gegenwärtige Bulle darüber volle Beweiskraft
habe und die Sache keines weitern Beweises bedürfe.
Dieser einzelne Fall soll jedoch dem Bechte und der Gewohnheit des
lombardischen Reiches und des Erzbischofs nichts vergeben, sie
bleiben unversehrt.”
Wichtiger und charakteristischer noch ist die zweite Bulle,
welche in wenig Worten die ganze römische Theorie des christlichen
Staaten-und Völkerrechtes entwickelt. „Gott ist —
der ewige Kaiser, der alles—Himmlisches und Irdisches — leitet,
er hat den Erdkreis zum Besten der Menschen in gewisse Reiche
getheilt. Als dieselben von der wahren Kenntniss ihres Schöpfers
und seiner Verehrung abwichen, hat er seinen eingebornen Sohn
geschickt, um sie zurückzuführen. Als dieser zum Vater zurückkehrte
hat er den ersten der Apostel zu seinem Stellvertreter eingesetzt,
damit derselbe über das Heil Aller wache und den ihm anvertrauten
Völkern zu ihrem Heile vor st ehe. Wir nun, die wir, obgleich unwürdig,
vom Herrn zum Nachfolger dieses Apostel-Fürsten in seinem
Statthalter-Amte bestellt wurden und durch seine Barmherzigkeit der
streitenden Kirche, unter welcher auch das heilige römische Reich
dem (ewigen) Kaiser dient, vorstehen, verwalten freudig mit
wachsamer Sorgfalt das uns anvertraute Amt, damit die Gerechtsame
dieses (ewigen) Kaiser-Reiches und der einzelnen (darin bestehenden)
Reiche unter erspriesslicher Leitung zur Ehre des göttlichen
Namens zur Verbreitung des katholischen Glaubens und zur Beglückung
des ganzen (christlichen) Staates treu gewahrt und mit
Erfolg geleitet werden.”
„Nachdem durch den Tod des römischen Königs Albrecht das
römische Reich verwaist war, haben unsere Brüder und Söhne die
Churfürsten ihr Augenmerk auf das Haus Oesterreich gerichtet
(dem auch Albrecht angehörte) und den Herzog Friedrich einmüthig
zum römischen König, künftigen Kaiser erwählt, in der Hoffnung,
derselbe werde sich bemühen, der redlichste Nachahmer seines
Vorgängers, Albrecht, zu sein, welchen die ganze Kirche als katholischen
und frommen Fürsten, als Eiferer für die Gerechtigkeit als