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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Habsburgische  Exourse,

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hardei  und  besonders  in  der  Stadt  Mailand  eine  ansteckende  tödtliche
Krankheit  so  grassirte,  dass  er  ohne  höchste  Lebensgefahr  für  sich
und  die  Seinen  nicht  hinreisen  konnte,  da  auch  die  Verhältnisse  und
Zustände  jener  Gegenden  so  waren,  dass  Seine  Herrlichkeit  weder  in
Mailand  noch  in  der  Nachbarschaft  mit  Fug  und  gebührender  Auszeichnung ­
  gekrönt  werden  konnte,  musste  er  diese  Reise  unterlassen
und  nach  Rom  eilen  um  nach  empfangener  kaiserlicher  Krone  alsobald
  nach  Deutschland  zurückzukehren,  dessen  mannigfach  verwirrte
Angelegenheiten  seine  Gegenwart  dringend  erheischten.  Damit  nun
nicht  die  Krone  dieses  lombardischen  Reiches,  welche  als  die  geringere ­
  schicklicher  vor  der  Kaiserlichen  empfangen  werde  als
nach  ihr,  vernachlässigt  werde  und  da  die  oben  angedeuteten  Hindernisse ­
  obwalten,  hat  er  uns  demüthig  geb  eten,  dass  wir  geruhen
mögen  diese  Krone  ihm  hier  in  Rom  zu  verleihen 1 ).  Wir  aber,  den
Ritten  des  Königs  geneigt,  in  Anbetracht,  dass  das  von  ihm  Auseinandergesetzte ­
  wahr  und  seine  Bitte  eine  billige  sei,  haben  heute  nach
dem  Rathe  und  mit  Beistimmung  unserer  ehrwürdigen  Brüder
(der  Cardinäle)  beschlossen,  diese  Krone  des  Königreichs  der  Lombardei ­
  sei  demselben  Könige  durch  uns  zu  übergeben  und  zuzuweisen ­
  und  haben  ihm  selbe  auch  mit  allen  Rechten,  Ehren,  Gerechtsamen, ­
  Bezügen  und  Vorzügen  während  des  feierlichen  Hochamtes ­
  in  der  Kirche  des  heiligen  Petrus  vor  dem  Hochaltäre  in  zahlreicher ­
  und  ansehnlicher  Versammlung  von  Prälaten,  Fürsten,  Grossen
und  Baronen  mit  allen  und  jeden  gewöhnlichen  Feierlichkeiten  übergeben ­
  und  zugewiesen 3 )  und  ergänzen  aus  eigenem  Antrieb  alle

1 )  Mailand  war  bekanntlich  durch  den  Tod  des  letzten  Visconti  (13.  August
l4-r7)  als  kaiserliches  Lehen  ledig  geworden;  ich  habe  im  zweiten  Bande
meiner  Geschichte  K.  Friedrich’s'IV.,  S.  455—470,  die  vergeblichen  Bemühungen ­
  erzählt,  welche  König  Friedrich  anwendete  um  seine  Herrschaft  dort
zu  begründen.  Franz  Sforza,  der  Gemahl  der  natürlichen  Tochter
des  letzten  Herzogs  (Bianca  Maria)  hatte  am  35.  März  1450  seinen  Einzug
in  Mailand  gefeiert,  K.  Friedrich  war  zu  unmächtig,  ihn  zum  Gehorsam  zu
Zwingen,  doch  war  ihm  die  Krönung  durch  den  Papst  wichtig  zur  Behauptung
der  Oberherrlichkeit,  wenn  die  Verhältnisse  sich  günstiger  gestalten  sollten;
die  mailändischen  Gesandten  suchten  diese  Krönung  zu  verhindern.
)  Oei  uikundliche  Ausdruck  ist:  tradidhnus  et  as  sig  n  ctv  im  ns,  cs  liegt  in
dem  letzteren  Worte  offenbar  die  Ansicht,  dass  der  Papst  das  Recht  habe,  die
Krone  zu  er  th  ei  len;  der  Erzbischof  von  Mailand  konnte  ihn  nur  krönen,
was  bei  ihm  nicht  die  Bedeutung  hatte  —  des  Zutheilens.
            
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