Habsburgische Exourse,
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hardei und besonders in der Stadt Mailand eine ansteckende tödtliche
Krankheit so grassirte, dass er ohne höchste Lebensgefahr für sich
und die Seinen nicht hinreisen konnte, da auch die Verhältnisse und
Zustände jener Gegenden so waren, dass Seine Herrlichkeit weder in
Mailand noch in der Nachbarschaft mit Fug und gebührender Auszeichnung
gekrönt werden konnte, musste er diese Reise unterlassen
und nach Rom eilen um nach empfangener kaiserlicher Krone alsobald
nach Deutschland zurückzukehren, dessen mannigfach verwirrte
Angelegenheiten seine Gegenwart dringend erheischten. Damit nun
nicht die Krone dieses lombardischen Reiches, welche als die geringere
schicklicher vor der Kaiserlichen empfangen werde als
nach ihr, vernachlässigt werde und da die oben angedeuteten Hindernisse
obwalten, hat er uns demüthig geb eten, dass wir geruhen
mögen diese Krone ihm hier in Rom zu verleihen 1 ). Wir aber, den
Ritten des Königs geneigt, in Anbetracht, dass das von ihm Auseinandergesetzte
wahr und seine Bitte eine billige sei, haben heute nach
dem Rathe und mit Beistimmung unserer ehrwürdigen Brüder
(der Cardinäle) beschlossen, diese Krone des Königreichs der Lombardei
sei demselben Könige durch uns zu übergeben und zuzuweisen
und haben ihm selbe auch mit allen Rechten, Ehren, Gerechtsamen,
Bezügen und Vorzügen während des feierlichen Hochamtes
in der Kirche des heiligen Petrus vor dem Hochaltäre in zahlreicher
und ansehnlicher Versammlung von Prälaten, Fürsten, Grossen
und Baronen mit allen und jeden gewöhnlichen Feierlichkeiten übergeben
und zugewiesen 3 ) und ergänzen aus eigenem Antrieb alle
1 ) Mailand war bekanntlich durch den Tod des letzten Visconti (13. August
l4-r7) als kaiserliches Lehen ledig geworden; ich habe im zweiten Bande
meiner Geschichte K. Friedrich’s'IV., S. 455—470, die vergeblichen Bemühungen
erzählt, welche König Friedrich anwendete um seine Herrschaft dort
zu begründen. Franz Sforza, der Gemahl der natürlichen Tochter
des letzten Herzogs (Bianca Maria) hatte am 35. März 1450 seinen Einzug
in Mailand gefeiert, K. Friedrich war zu unmächtig, ihn zum Gehorsam zu
Zwingen, doch war ihm die Krönung durch den Papst wichtig zur Behauptung
der Oberherrlichkeit, wenn die Verhältnisse sich günstiger gestalten sollten;
die mailändischen Gesandten suchten diese Krönung zu verhindern.
) Oei uikundliche Ausdruck ist: tradidhnus et as sig n ctv im ns, cs liegt in
dem letzteren Worte offenbar die Ansicht, dass der Papst das Recht habe, die
Krone zu er th ei len; der Erzbischof von Mailand konnte ihn nur krönen,
was bei ihm nicht die Bedeutung hatte — des Zutheilens.