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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Zur  Geschichte  der  Wirksamkeit  des  Basler  Concils  in  Österreich.  53  n
Krems  gewählten  Procuratoren,  den  Prior  von  Garsten  und  Martin
von  Waldhausen,  vorzüglich  gegen  den  letztem  seine  Abneigung
fortdauernd  kund  gegeben  zu  haben,  darauf  weiset  eine  Stelle  in  dem
Briefe  Bischof  Leonhards  hin,  den  er  an  seinen  Rentmeister  zu  Mauttern,
  Brandbacher,  mit  dem  Aufträge  richtet,  den  Inhalt  desselben  dem
Abte  von  Göttweih  mitzutheilen  '),  der  sich  sofort  beeilte,  Propst
Georg  von  Klosterneuburg  von  dieser  Ansicht  des  Biscliofes  in
Kenntniss  zu  setzen  a ).  Doch  scheint  sich  alles  zu  beiderseitiger
Zufriedenheit  ausgeglichen  zu  haben,  denn  die  beiden  Procuratoren
erschienen  demnächst  zu  Basel,  und  überreichten  die  Zuschrift  der
Prälatenconferenz,  so  wie  die  Briefe  der  Landesherrn  von  Österreich ­
  und  Baiern  und  des  Passauer  Bischofs  dem  Concil,  welches
die  ganze  Angelegenheit  dem  dazu  bestimmten  Ausschüsse  überwies.
Der  Vorstand  desselben,  Ludwig  Herzog  von  Teck,  Patriarch  von
Aquileja  wies  aber  in  einem  an  sämmtliche  Prälaten  des  Chorherren
und  Benedictinerordens  der  Passauer  Diöcese  gerichteten  Schreiben ­
  3 )  die  von  ihnen  vorgebrachten,  durch  die  Briefe  der  Landesherrn ­
  und  des  Ordinarius  unterstützten  Gründe  mit  Hinweisung  auf
die  gleiche  Lage  der  Kirchen  und  Klöster  in  Italien  und  Frankreich
zurück,  doch  mit  der  Begünstigung,  dass  sie  erst  bei  der  Ankunft
der  Griechen  zu  erscheinen  haben  sollten.
Die  Väter  hatten  auch  schon  in  der  24.  Sitzung  (24.  April  1436)
Über  die  Vereinigung  mit  der  griechischen  Kirche  verhandelt,  dieselbe ­
  aber  bis  auf  das  nächste  Jahr  verschoben,  nachdem  sie  den
griechischen  Gesandten  versprochen  hatten,  die  ihnen  vorgeschossenen ­
  Gelder  auch  für  den  Fall,  dass  die  ganze  Angelegenheit  sich
zerschlagen  sollte,  nicht  zurückzuverlangen.  Zur  Herbeischafl'ung
der  dadurch  nothwendig  gewordenen  Geldsummen  schrieben  sie
einen  Ablass  aus,  ungeachtet  schon  vor  2  Jahren  ein  ähnlicher  Antrag ­
  gefallen  war,  und  die  nun  darüber  beschliessende  Versammlung
nur  10  Bischöfe  und  13  Äbte  umfasste,  auch  die  Abgesandten  des
Papstes  gegen  diese  Anmassung  eines  rein  päpstlichen  Rechtes  Protest ­
  eingelegt  hatten.  Die  Einsammlung  für  Österreich  hatte,  wie
aus  einem  Briefe  Herzog  Albrecht  V.  an  den  Propst  Georg  I.  von

*)  Beilage  XXXVIII.
2 )  Beilage  XXXIX.
3 )  Beilage  XU.
            
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