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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

H.  J.  Z  e  ib  ig.

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worden,  und  so  sei  es  denn  doch  gewiss  nicht  mehr  nöthig,  behufs
dieser  Reformation  auf  dem  Concil  selbst  vertreten  zu  sein,  denn
dies  würde  keinen  andern  Vortheil,  als  verdoppelte  Auslagen,  Verpflegung ­
  der  Procuratoren  zu  Basel  und  der  Visitatoren  in  den  eigenen ­
  Häusern  bringen;  Auslagen,  welche  die  geistlichen  Häuser  um
so  schwerer  treffen,  als  sie  durch  die  Nähe  der  Böhmen,  welche
durch  einen  Zeitraum  von  mehreren  Jahren  ihre  Besitzungen  zu
wiederholtenmalen  mit  Rauh  und  Rrand  verwüstet  haben,  in  ihren
Einkünften  bedeutend  geschmälert  worden  sind,  was  um  so  fühlbarer
sei,  da  für  die  Vertheidigung  des  Glaubens  und  des  Vaterlandes
gegen  die  Rohmen  die  grössten  Anforderungen  in  Steuern  und  Contributionen
  von  Seite  des  Landesherrn  an  die  Prälaten  gestellt,  so
dieselben  von  zwei  Seiten  her  in  Anspruch  genommen  werden,  und
desshalb  um  so  weniger  im  Stande  sind,  Auslagen  zu  bestreiten,
mit  welchen  sie  nach  dem  bisher  üblichen  Rechte  nicht  sollten  belastet ­
  werden.
Um  jedoch  in  der  ganzen  Angelegenheit  noch  sicherer  zu  gehen
beschlossen  sie,  die  Herrscher  in  Österreich  und  Baiern  bittweise
zu  ersuchen,  vermittelnd  bei  -  dem  Concil  aufzutreten  und  in  ihre
vermittelnden  Schreiben  alle  diese  oder  wenigstens  die  gewichtigeren ­
  und  eindringlicheren  Gründe  aufzunehmen.  Das  gleiche  Ansuchen ­
  kommt  durch  die  ohnehin  gegenwärtigen  Stellvertreter  an
den  Passauer  Bischof  zu  stellen,  und  durch  die  gewählten  Procuratoren ­
  bei  ihrer  Durchreise  durch  Passau  zu  wiederholen.
Endlich,  da  der  Bischof  Leonhard  durch  seine  Stellvertreter
angezeigt  habe,  er  wolle  die  nach  der  zweiten  Vollmacht  vorzunehmende ­
  Visitation  nun  wirklich  einleiten,  erscheine  es  zweckdienlich,
ihn  bittlich  zu  ersuchender  möge  früher  in  einer  mit  den  bestimmten
Visitatoren  anzusteilenden  Conferenz  berathen,  wie  weit  die  Zurückführung ­
  der  Chorherrn  zu  einerlei  Kleidung  und  der  Benedictiner  zu
der  alten  Observanz  einzuleiten  und  durchzuführen  sei  *).
Von  diesen  Beschlüssen  setzten  die  Prälaten  nach  dem  Schlüsse
der  Conferenz  den  Landesherrn  Herzog  Albrecht  V.  durch  seinen
Kanzler  Hans  von  Mayrs,  Pfarrer  zu  Gars,  welchem  sie  schriftlich,
und  durch  den  Prior  von  Göttweih  auch  mündlich  alles  betreffende
mitgetheilt  hatten,  in  Kenntniss  a ).  Albrecht  scheint  gegen  die  zu

>)  Beilage  XXXVI.
2 )  Beilage  XXXVII.
            
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