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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Zur  Geschichte  der  Wirksamkeit  des  Basler  Concils  in  Österreich.  529
unterlassen,  oder  zu  beschränken  sei,  bleibt  dem  Gutachten  des
Concils  überlassen,  nachdem  dasselbe  die  hierüber  einzuschickenden
Bemerkungen  in  Betracht  gezogen  haben  wird.
Bezüglich  des  Devolutionsrechtes  bei  erfolgter  Wahl  eines
Unwürdigen  solle  dieses  nicht  auf  die  Visitatoren  fallen,  sondern  nach
dem  gemeinen  Rechte  weiters  vorgegangen,  auch  hinzugefügt
werden,  den  Visitatoren  sei  das  Recht  übertragen,  freiwillig  erfolgende ­
  Resignationen  aufzunehmen  und  zuzulassen.  Die  ganze  Vollmacht ­
  seihst  soll  auf  vier  Jahre  Geltung  haben.
Der  Herzog  verpflichtet  sich  zu  jeder  Förderung,  insbesondere
zur  Aufrechthaltung  der  kirchlichen  Freiheit  und  zur  Bestrafung  und
Unterdrückung  von  Raub,  Wucher,  Ehebruch  und  andern  dergleichen
groben  und  öffentlichen  Verbrechen.
Die  Abgesandten  des  Rasier  Concils,  Philibert  .Bischof  von
Coutances  und  Johann  von  Polemar  übernahmen  die  Übermittlung
dieser  Beschlüsse  an  das  Concil.
Die  Wahl  des  Herzoges  und  Bischofes  fiel  auf  folgende  Personen: ­
  Johann  III.  von  Ochsenhausen,  Abt  zu  den  Schotten  in  Wien,
die  Äbte  von  Lambach  und  Heiligenkreuz,  Georg  I.  Müstiuger  und
Nicolaus  de  Corona,  Pröpste  zu  Klosterneuburg  und  St.  Dorothea  in
Wien,  Leonhard  Prior  zu  Mauerbach,  Johann  Nyder  aus  dem  Prediger-Orden, ­
  Professor  und  Dekan  der  tlieol.  Fakultät  aus  dem
Stande  der  Regularen;  —  Sylvester,  Dechant  des  Passauer  Capitels,
Heinrich  fiaruther,  Domherr  von  Passau,  Georg  Jegenreuter,  Commissarius,
  die  Doctoren  des  canonischen  Rechtes  Thomas  von  Haselbach, ­
  Peter  von  Pirichenwarth,  Domherr  bei  St.  Stephan,  Narciss
von  Pirichingen,  Johann  Gwerlich,  Conrad  von  Hallstadt,  Urban  von
Melk,  Peter  von  Laa  und  Andreas  von  Weitra  aus  dem  Weltpriester-Stande
  (in  ihnen  die  Hochschule  würdig  vertreten).
Am  26.  März  sandte  Bischof  Leonhard  diese  mit  dem  Herzoge
unter  Zuziehung  der  Basler  Abgesandten  getroffene  Übereinkunft
durch  einen  seiner  Familiären,  Johann,  auf  einem  von  dem  Klosterneuburger ­
  Propste  zu  dessen  Ende  entlehnten  Saumthiere  nach
Basel  *).
Die  Väter  des  Concils  konnten  so  gerechten  und  durch  die
Vereinigung  zweier  Gewalten  gewichtigen  Bitten  und  Forderungen

*)  Beilage  XXVII  u.  XXVIII.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  VIII.  Bd.  V.  Hft.

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