Zur Förderung der Länder-, Sprachen- u. Völkerkunde Nord-Afrika’s. 503
nach Sakure Ku, der Sohn Maridschata’s, und nach Ku sein
Sohn Mohammed regiert, nach welchem die Herrschaft auf seinen
Neffen Ebubekr übergegangen, der i. J. 724 (1323) die Wallfahrt
verrichtete, welchen der Dolmetsch in diesem Jahre beim andalusischen
Dichter Ebu Ishak Ibrahim es-Ssahili, bekannt als
Thuweidschin, traf und in sein Land zurück begleitete u. s. w.
Dies genügt um zu zeigen, wie viel Neues und Unbekanntes das
vorliegende Werk nicht nur über die Geschichte der Berber, sondern
auch der Neger enthalte; es folget nun die Geschichte der Dynastien
aus dem Stamme der Mafsmud (im Plural Mafsamide), und
zwar erstens 11) die der Bergawat ha, welche zwar zum Theile
schon aus D ombay’s Geschichte der mauritanischen Könige (I, 199)
bekannt und von deren Gründer Ssalih, als dem Verfasser eines
Korans der Berber, bereits oben die Bede gewesen, über welchen
aber Ihn Chaldun (I, 273) mehrere neue Aufschlüsse gibt, so z. B.
die Titel der Suren dieses Korans, nämlich: die Sure des Hahnes,
des Kam e e 1 e s, der E1 ep ha n t e n, A d a m s, N o e ’s, H a r u t’s und
Marut’s, des Iblis, die der Seltenheiten der Weit; er liiess
Ssalih el-Mum in in, d. i. der Bedliclie der Rechtgläubigen; Ihn
Chaldun beruft sich hier auf den Geographen Bekri, der Mehreres
über diesen Religionsstifter aus dem Munde Semur’s, des Gesandten,
der im Jahre 332 (963) an den Chalifen el-Hakem nach Cordova
kam, gehört hatte. Hr. Quatremere hat in dem aus Bekri in dem
XII. Bde. der Notices et extraits des manuscrits de la bibliotlieque
du Roi Mehreres von diesem Religionsstifter und unter andern die von
Said B. Hischam el-Mafsmudi auf die Schlacht von B ehet
verfassten, auch von Ibn-Chaldun (S. 276) aufgenommenen Distichen
wiedergegeben. Da die Handschrift Bekri’s, aus welcher Hr. Quatremere
den Text und die Übersetzung gegeben, nach den darausgegebenen
Proben des Textes augenscheinlich eine schlechte, indem sie
nicht nur meistentheils der Puncte entbehrt, sondern auch hie und da
die Wörter verstümmelt, so folgt hier die Übersetzung dieser Distichen
aus Ihn Chaldun, wodurch der Text und folglich auch die
Übersetzung Hrn. Quatremere’s *) berichtiget wird.
*) Das Reimwort des dritten Distichons heisst im Ihn Chaldun 0 mol-Kadi
na, was Herr Quatremere als Omol-Kafibina gelesen und la mere
des menteurs übersetzt hat,