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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Freiherr  Hammer-Purgstall.

erschienenen  ersten  Bande  des  Journal  asiatique  der  Leser  dieses
Vortrages  einen  ausführlichen  Bericht  über  den  Inhalt  der  ersten
fünf  Bücher  der  Prolegomenen  (das  sechste  enthält  die  encyklopädische
  Übersicht  der  Wissenschaften)  erstattet  *),  und  es  sind  vier
und  vierzig  Jahre,  seit  dass  er  in  seiner  für  die  im  Jahre  1808  durch
die  französische  Akademie  der  Geschichte  und  schönen  Wissenschaften ­
  ausgesetzte  Preisfrage  über  den  Einfluss  des  Islams
in  den  ersten  drei  Jahrhunderten  desselben  eingesandten
Beantwortung  den  grossen  politischen  Geist  Ihn  Chaldun’s  als  den
des  arabischen  Montesquieu  bezeichnet  hat,  von  welchem,  wie  ihm
sein  Freund  Silvestre  de  Sacy  schrieb,  die  Beisitzer  der  Preis-Commission ­
  mit  Erstaunen  zum  erstenmal  gehört.
Der  erste  Theil  der  Geschichte  lbn  Chaldun’s  ist  die  so  berühmte ­
  Mukaddeme  oder  Mokaddime,  d.  i.  die  Prolegomenen,
welche  in  Europa  dem  Verfasser  den  Ehrennamen  des  arabischen
Montesquieu  verschafft a )  und  deren  vom  türkischen  Gelehrten  Mufti
Pirifade  verfertigte  türkische  Übersetzung  seitdem  das  Handbuch
aller  Staatsmänner  des  osmanischen  Reiches.  Die  Herausgabe  des
Textes  und  die  Übersetzung  dieser  Prolegomene  würde  europäischen
Orientalisten  ganz  gewiss  ein  erwünschteres  Geschenk  und  von  allgemeinerem ­
  Interesse  gewesen  sein,  als  die  der  vorliegenden  zwei
Bände,  welche  nur  das  Ende  der  Geschichte  der  Araber  und  dann  das
dritte  Buch,  nämlich  die  Geschichte  der  Berber  enthält,  die  sich  nur
auf  die  Bewohner  Nord-Afrika’s  beschränkt.  Ein  vollständiges  Exemplar
der  Geschichte  lbn  Chaldun’s  befindet  sich,  laut  des  darüber  vom
deutschen  Reisenden  Schulz  im  Journal  asiatique  8 )  erstatteten  Berichtes, ­
  auf  der  Bibliothek  Ibrahim  Paschas  zu  Konstantinopel,  wo
dasselbe  Baron  M.  G.  Slane,  welcher,  um  die  Bibliotheken  Konstantinopels ­
  zu  besuchen,  einige  Monate  dort  verweilte,  gewiss  eingesehen;
diese  Bibliothek  war  zu  Anfang  dieses  Jahrhunderts  Europäern  noch
nicht  zugänglich,  und  da  das  Werk  Ihn  Chal  d  u  n’s  in  keinem  Kataloge

1 )  Nutice  sur  l'inlroductiöh  a  lu  connuissunce  de  l'histoire,  celibre  Ouvraye
arabe  (Vlbn  Khaldoun;  par  M.  de  Hammer.  Journal  asiatique,  Tome
premier,  pag.  267.
2 )  Geschichte  des  osmanischen  Reiches  VIII,  S.  120  und  235,  und  III,  S.  765.
3 )  Note  sur  le  grand  ouvrage  historique  d'lbn  Khaldoun,  conserve  dans  la
bibliotheque  d'Ibrahim  pacha,  a  Constantinople;  par  M.  Schulz.  Nouveau
Journal  asiatique  1,  136.
            
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