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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Zur  Förderung  der  Länder-,  Sprachen-  u.  Völkerkunde  Nord-Afrika’s.  49t
formein  der  Suren  und  der  yom  Geographen  el-Bekri  angeführte
Beginn  der  SureEjub  sind  berberisch.
Dritthalb  hundert  Jahre  später,  im  Jahre  323  (937),  gab  Ebu
Moliammed  Hemin  B.  Ebi  ChalefMenal,  der  sieh  als  Prophet
und  Herrscher  der  Gomeriten  von  Nokur  und  Tetuan  aufwarf,  einen
anderen  berberischen  Koran,  dessen  der  Geographe  Ebu  Obeid
el-Bekri  erwähnt  und  wovon  Ibn  Abdol-Halim  im  Karthas
nähere  Auskunft  gibt.  Berühmter  als  diese  beiden  heute  verschollenen ­
  Korane  der  Berber  ist  das  Buch  des  Tewhid,  d.  i.  der  Einswerdung
  mit  Gott,  welches  die  Lehre  der  zweiten  grossen  Dynastie
der  Berber,  nämlich  der  Mu  wahhidin  oder  Einheitsbekenner,  deren
Namen  europäische  Geschichtschreiber  in  den  der  Alm  oh  ade  n,  so
wie  den  der  ersten  berberischen  Dynastie  der  M  o  r  a  b  i  t  h  i  n  in  M  a  r  abuthen
  verstümmelt  haben.  Ebu  Abdallah  Mohammed  B.
Tum  ert  el-Heragi,  der  sich  selbst  e  1  -Mehdi  nannte,  gab  dieses
Buch  im  Jahre  der  H.  316  (1122)  seinen  Jüngern.  Ibn  Abdol-Halim,
  der  Verfasser  des  Karthas,  sagt  ausdrücklich,  dass  dieses  Buch
in  der  Sprache  der  Berber  geschrieben  war,  dass  der  Mehdi  seinen
Jüngern  es  auswendig  zu  lernen  befahl  und  dass  es  alle  die,  welche
ihm  nicht  gehorchten,  für  Ketzer  erklärte.  M  e  h  d  i  gründete  die
nach  seinem  Namen  genannte  Stadt  Mehdi  j  et,  deren  Name  bisher
von  Geographen  und  selbst  Orientalisten  Maliadia  ausgesprochen
worden.  Mehdi  ist,  wie  bekannt,  der  zwölfte  verschwundene  Imam
aus  der  Familie  Mohammeds,  der  bis  zum  Ende  der  Welt  in  einer
Höhle  verborgen,  nach  der  Lehre  derMoslimen  erst  am  jüngsten  Tage
als  Vorbote  desselben  zugleich  mit  dem  Herrn  Jesus  auf  Erden  erscheinen ­
  wird;  Mehdi  J )  heisst  der  Geleitete  und  ist  wohl  zu
unterscheiden  von  Molidi,  der  Leitende,  unter  welchem  Namen
der  Verfasser  der  von  Herrn  Marcel  herausgegebenen  ägyptischen
Erzählungen  bekannt.  Ibn  Chaldun  beruft  sich  mehr  als  einmal
auf  die  Genealogen  der  Berberen,  ohne  jedoch  bestimmt  zu  sagen,  ob
ihre  Werke  arabisch  oder  berberisch  geschrieben  seien.  Da  wir  nun
zum  grossen  historischen  Werke  Ibn  Chaldun’s  übergehen,  so  werden
diese  Genealogien  am  besten  unter  den  Quellen  desselben,  die  wir  hier

*)  Mouradjead  d’Ohsson  ist  sehr  ausführlich  über  den  Imam  Mehdi,
und  sogar  in  der  kleinen  Ausgabe  I.  2(56  befindet  sich  die  Abbildung  desselben, ­
  als  eines  in  der  Grotte  sitzenden  Jünglings.
            
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