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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof.  A.  v.  Kr  e  m  e  r.

ligion,  ihre  Gesetze,  bürgerlichen  Institutionen,  eben  so  gut  wie  ihren
Aberglauben,  ihre  Sagen,  Ueberlieferungen  und  ihr  häusliches  Leben
einer  genauen  Erforschung  würdiget.
Der  bekannte  Orientalist  Laue,  der  mit  grösster  Aufopferung
während  eines  achtjährigen  Aufenthaltes  in  Kairo  die  Notizen  zu
seinem  Werke  :  „The  modern  Eyyptians"  sammelte,  hat  zuerst  über
Egypten  ein  solches  Werk  geliefert,  das  uns  den  heutigen  Egyptier
im  Schosse  seiner  Familie  sowohl  als  in  der  Rathsversammlung  des
Divans,  denarmen  Fell  ah  auf  seinem  Durrafelde  ehen  so  genau
wie  den  reichen  Efendi  in  seinem  Harem  schildet.
So  wie  nun  der  genannte  Orientalist  seine  Schilderungen  des
arabischen  Volkes  und  seiner  Sitten  an  die  Schilderung  des  Lebens
in  Kairo,  als  einer  der  grössten  rein-arabischen  Städte  anknüpft,  so
war  es  mein  Zweck  bei  der  Verfassung  des  Werkes,  welches  ich
hier  (fünf  Hefte  samrnt  Plan  von  Damaskus)  vorzulegen  die  Ehre  habe,
anknüpfend  an  die  Schilderung  der  Stadt  Damaskus  und  des  umliegenden ­
  Gebietes  eine  so  getreue  als  genaue  Darstellung  des  Landes
und  des  Volkes  zu  geben.
Nach  einer  genauen  topographischen  und  geographischen  Schilderung ­
  der  Stadt  und  des  umliegenden  Gebietes  gehe  ich  daher  auf
die  Schilderung  der  Bewohner,  ihrer  Abstammung,  Sitten,  Gebräuche,
Feste,  Erziehung,  Literatur,  politischen  und  commerciellen  Verhältnisse ­
  über,  wovon  besonders  das  über  den  Handel  neu  Gesammelte
und  hiemit  zum  ersten  Male  Veröffentlichte  hei  dem  grossen  Aufschwünge, ­
  den  der  österreichische  Handel  neuester  Zeit  im  Oriente
genommen  hat,  nicht  ohne  Interesse  sein  dürfte.
Ich  habe  daher  allerdings  die  mir  von  der  kais.  Akademie  aufgetragenen ­
  Notizen  vollständig  gesammelt,  zugleich  aber  ein  viel
umfassenderes  Werk  geliefert,  als  ursprünglich  beabsichtiget  war.
Wenn  der  obengenannte  englische  Gelehrte  acht  Jahre  zubrachte,
um  seine  Notizen  zu  sammeln,  so  dürfte  die  Masse  des  von  mir  während ­
  der  Zeit  meines  zweijährigen  Aufenthaltes  im  Oriente  gesammelten ­
  Stoffes  den  genügenden  Beweis  liefern,  dass  ich  die  Zeit  wohl
benützte,  während  welcher  Zeit  ich  ausserdem  noch  anderen  Studien
oblag,  von  denen  ich  in  meinen  eingesendeten  Berichten  Rechenschaft ­
  gegeben  habe.
Es  dürfte  allerdings  sonderbar  scheinen,  dass  ich  während  eines
so  beschränkten  Zeitraumes  so  vielNeues  über  ein  Land  und  ein  Volk
            
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