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Joseph Chm ei.
„secretissimum consilium romanum totaliter, quod deineeps nul-„lum
perpetuum negotium sive causa fieridebeat suo
„sine s citu!” —Das ist doch arg. — Eine solche Schmeichelei kann
doch nur da möglich sein, wo doch wenigstens eine imposante Macht
sie scheinbar rechtfertigt. — Was für einen Herzog Rudolf IV.
von Österreich geradezu lächerliche Übertreibung gewesen wäre,
ist für einen allerdings mächtigen Ottokar nur eine Schmeichelei,
auf die übrigens wie auf die ganze Sache nur ein feiner Italiener, nicht
aber ein treuherziger plumper Deutscher verfallen konnte.
Doch wir haben ja ein Seitenstück zu dieser Schmeichelei; ich
habe bereits früher in meinem zweiten habsburgischen Excurse eine
Stelle aus dem höhmischen Chronisten angeführt, welcher als
anonymus continuator Cosmae in P e 1 z e l’s und D o b r o w s k y’s erstem
Bande der Scriptores Rerum Bohemicarum (1783) abgedruckt ist.
Dort (I, pag. 417) sagt der Camerarius Regni, Andreas, in demRathe,
welchen König Ottokar II, mit den Grossen seines Reiches hielt,
als man ihm die römisch-deutsche Krone angetragen hatte nach
Richard’s Tod, folgende Worte um ihn abzuhalten, den Antrag anzunehmen:
„0 Rex inuictissiine et excellentissime, quis Mortalium
„tuae potest in terris aequiparari potentiae! Deus in coelis regnat,
„tu in terris ex permissione eius, et Ducibus et terrarum prin-„cipibus
dominaris, et non est, qui resistat tuae volun-„tati.
Incognitae enim tibi sunt, ad quas invitaris diuersarum gen-„tium
nationes, et rerum dubius eventus; sede in solio Patrum tuo-„rum;
tuum Regnum et potestas per climata mundi famosius dilatatur,
„et ad mare nomen tuum insonuit, iam et nutibus tuis cuncti
„terrarum Principes famulantur. Ipse etiam, si necesse
„fuerit, Imperator tuis parebit mandatis, scuto et clypeo in
„auxilium tuae necessitatis.” — Ist das nicht der avunculus des
Julius Cäsar? der „praecelsus Senator,” der „consiliarius secretissimus,”
ohne dessen Willen kein „negotium” „keine „causa” im
ganzen römischen Reiche ausgeführt werden darf?
Dass übrigens diese inserirten Privilegienbriefe nicht im
classischen Latein geschrieben seien, fühlte der gewandte Italiener
nur zu wohl; um die Sache doch nicht gar zu verdächtig zu
machen, liess er König Heinrich sagen, dass diese Briefe übersetzt
seien:— „praescriptas literas (fecimus innovari) , que in
„lingua paganorum conscripta fuerant, et quas in latinum