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Joseph Chm ei.
sondern auch dem Namen nach. Einen solchen Schnitzer hätte
übrigens ein deutscher Notar nicht gemacht, der wäre von den
Verhältnissen besser unterrichtet gewesen.
Hansi z im ersten Bande der Germania sacra (Seite 252—253)
spricht von dieser Urkunde, er sagt am Ende: Prope erat, ut inep-„tias
istas (die Urkunden von Julius Cäsar und Nero) perosus men-„tione
abstinerem omni: scd tanti sit interpolare seria etiam nugis,
„quas Video in vulgatis Diplomatum Codicibus passim venditari. Du-„dum
Franciscus Petrarcha ä Carolo IV. Imperatore de his consultus,
„sententiam suam his verhis complectitur: claudum usquequaque
„mendacium est. Cuspinianus itidem: merae, inquit, nugae sunt et ä
„quodam impudente fatuo conficta; ad emerendum hujus terrae
„principum favorem. Sed ignoravit ille nehulo mendacium
„nullum posse senescere: haec ille: quo jam quis credat, insipientem
„adeö fuisse Henricum Regem utreitam stolidae (si tarnen, quod
„haud putem, ejus tempore figmentum ist hoc jam ex-„titerit)
saerosanctum sigillum apponere sustineret.” —Wirsehen
also auch hier, wie hei Ortilo, dass man schon vor mehr als hundert
Jahren einen feinen Sinn hatte für Echtheit oder Unechtheit alter
Documente.
Was sonst noch in dieser angeblich Heinrich’schen Urkunde
steht, ist nur berechnet auf Hervorhebung der grossen Vorzüge,
welche der Herr des Landes seit uralten Zeiten gemessen soll. —
So wird der Markgraf genannt Sacri Romanii Imperii prior et fi delissimus
Princeps. — Demselben und seinen Nachfolgern wie dem
ganzen Lande (ipsi terre Austrie) wird die Gnade erthcilt, „quod
„ipsi gladium judicii ipsorum et Banderiam sive vexillum terre ipso-„rum
publice ante imperium, et ante totum mundum et
„populum deferre debeant, atque possint.” — Eine arge Schmeichelei,
die übrigens noch überboten wird durch die inserirten angeblichen
Privilegienbriefe des Julius Cäsar und Kaiser Nero.— Warum
der Verfasser dieser Urkunde gerade diese Persönlichkeiten gewählt
haben dürfte für seine Lucubrationen, haben wir bereits angedeutet.
Nero, der aus höhnischer Ironie oder aus wohldienerischer
Schmeichelei 1 ) um den Namen Nero zu adeln, hier „amicus Deorum
*) Nero fand übrigens auch in späterer Zeit seine Apologeten, nannte ja der berühmteste
Mann unserer Zeit, Napoleon, den sonst als Repräsentanten unbe-