Hypothese über den Ursprung des Privilegium inajus von 1156. 465
Pcz SS. 3, 125,
cap. CXVI.
1 Von Nuremberc her Heinrich
fprach herre, ich was des bot,
daz iu funder fpot
daz rieh wart angefuocliet
5 und daz ir fin niht geruoehet
zuo der felben zit’.
Der liünic fprach c fö hiet ich fit
daz riche genoinen gern’.
'Nein, ir miiezet fin enhern’
10 der von Nuremberc fprach
'viirbaz und iu gefcliaeh
diu übele und diu unzulit,
daz ir mit grimmes ungenulit
den von Maernberc hiezet toeten
15 und fö maneger inarter noeten.
Und wseret irz her Nero gewesen,
er folte dannoch fin genefen.
3. Daz Euch. AP. 9. Nain er mueft. A. ir muft. P. ich muft. V. 16 und
17 fehlen. V. ir der nero fein gewelen. P.
Man beachte diese Rede Der Burggraf wollte dem König bemerklich
machen, dass in den damaligen Verhältnissen, zur Zeit der
Wahl, welche Ottokar, wie er so eben selbst gestand, auf sich lenken
wollte, das Verfahren gegen den ihm verdächtig gewordenen Mährenberger
ein grosser politischer Fehler gewesen sei, selbst ein
Nero hätte sich in diesem Falle beherrschen müssen.— Dieser Name
darf nicht überraschen, in der im Mittelalter so viel gelesenen Kaiserchronik
spielt Nero, von dem sie sagt: „der was der aller wirste
(ärgste) man,” eine grosse Rolle; ich zweifle keinen Augenblick, dass
Ottokar, der seit 1273 furchtbar misstrauisch und in diesem Misstrauen
grausam und wüthend geworden war, von seinen Zeitgenossen
wenigstens in den höheren Ständen diesen Schmähnamen erhielt.
König Rudolf sagt in seinem Antwortschreiben an den Erzbischof
Friedrich von Salzburg (bei Lainbacher Urk. S. 88, Nr. LV):
„Turbatur non inmerito nostrne serenitatis animus, et ad iram
„concitamur vehementius, ac tanto justius, quanto te et caeteros sacri
„ImperiiPrincipes et tideles proptertidei puritatem, quam adRomanum
„geris Imperium, gravius per illustris Regis Bohemiae
„rabiosam Tyrannidem perpendimus tribulari.” Er
hatte bereits am 23. November 1274 zu Nürnberg dem Erzbischof
Sitzb. (1. phil.-hist. CI. VIII. Bd. V. Hft.
33