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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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.Joseph  Chmel.

Der  hochmüthige  König  spielt  deutlich  genug  darauf  an,  dass
er  nach  seinen  Gerechtsamen  (Artikel  2  im  „Majus”)  zu  Hause  bleiben ­
  und  warten  will,  bis  der  König  komme,  dann  will  er  seben,  was
sich  thun  lässt.
Wien  oder  Prag  ist  gleichviel.  —  Ich  bin  in  meinem  Reiche.  —
Sieht  man  nicht  ganz  klar  Ottokar’s  Ansicht  von  seiner  Stellung
herausleuchten  aus  dieser  Rede,  eine  Ansicht,  die  im  „Majus”  allein
ihre  Rechtfertigung  sucht  und  —  findet.
Auch  der  fernere  Verlauf  der  Unterredung  des  Rurggrafen  verdient ­
  Rerücksichtigung.
Manec  rede  karge
hört  man  von  in  beiden.
Der  künic  den  erneft  fcheiden
begunde  mit  fchimpfen.
100  Des  künde  im  mit  gelimpfen
der  burkgräfe  antwürten  wol  *)•
Der  künic  fprach  'zwar  uns  fol
niht  riuwen  unter  lange  twäl,
die  wir  beten  mit  der  wal,
105  fit  uns  die  kurherren
an  gewalt  und  an  eren,
mich  und  von  Engellant  den  künic,
mit  difein  helde  frtimic
hänt  verbezzert  bi  dem  rieh  !'
99.  Begunden.  V.  102.  zwar  ich  fol.  V.  109.  verpefsert  an  dem.  A.
Der  König  Ottokar  spottet  über  die  Wahl  des  „frommen  Helden”
Rudolf,  auf  den  die  Churherren  verfielen,  als  illustren  Nachfolger  des
Königs  aus  England  (Richard)  und  seiner  eigenen  (in  Vorschlag  gebrachten) ­
  Person;  wahrlich,  wollte  er  sagen,  das  ist  dem  Reiche
eine  grosse  Ehre,  nach  solchen  Notabilitäten  einen  solchen  Mann  zu
wählen.

*)  Das  heisst,  der  König  fing  an,  den  bisherigen  Ernst  der  Rede  durch  mehr
scherzhaft  gemeinte  Worte  zu  mildern,  der  Burggraf  ging  darauf  ein  und
sagte  bei  dieser  Gelegenheit  die  bittersten  Wahrheiten  so  halb  im  Scherze,
die  aber  K.  Ottokar,  weil  er  sich  nur  zu  sehr  getroffen  fühlte,  in  Zorn  versetzten. ­

            
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