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Joseph Chrnel.
nach einer besseren und gerechteren Ordnung der Dinge, nach einem
Regiment der Kraft und des Rechtes, immer lebendiger.
König Ottokar, dessen Regiment in seinen Landen besonders
aber in den neu erworbenen immer willkürlicher und drückender
geworden, der im Adel und den geistlichen Reichsfürsten insbesondere,
die er nach und nach in seinen Gebieten zum unbedingten
Gehorsam und zur Unterwerfung unter seine Herrschaft zwingen
wollte, natürlich lebhafte Opposition fand, ward immer misstrauischer
und argwöhnischer; er liess sich durch seine Leidenschaft
zu den eigenmächtigsten, ja zu grausamen Massregeln hinreissen. —
Dadurch ward seine Herrschaft untergraben, sein Ruf anrüchiger,
seine Macht statt lockender abstossender, ja furchtbarer.
Wir wissen, dass anfänglich die Krone des römisch-deutschen
Reiches dem Könige Ottokar II. angetragen wurde, er verschmähte
sie. Später, als er aus so vielen Anzeigen besonders aber aus der
Haltung der Kirche und des neuen Papstes (Gregor X.) die höhere
Bedeutung erkannte, welche das neue weltliche Oberhaupt der deutschen
Nation erhalten sollte, da der Papst einen kräftigen Kaiser
wünschte, bewarb er sich um die Wahlstimmen der Reichsfürsten.—
Er fand keine Geneigtheit mehr.
Graf Rudolf von Habsburg ward gewählt, trotz K. Ottokar’s Widerspruch.
— Als Papst Gregor X. die Wahl, ungeachtet der dringendsten
Gegenvorstellungen der nachdrücklichsten und mannigfachsten Gegenminen
bestätigte, ward Ottokar’s Stellung immer bedenklicher.
Anfänglich Mitbewerber, ward er nach der erfolgten Anerkennung
(26. September 1274) durch seinen Widerstand gegen den
nunmehr rechtmässigen deutschen König Untreuer — Rebell. —
Der nun anerkannte König Rudolf trat jetzt kräftig auf, seine
Haltung gegen König Ottokar ward eine entschiedene, er zog den
widerstrebenden Inhaber so vieler und so bedeutender Reichslehen
zur Rechenschaft.
Wenige Wochen nach der päpstlichen Anerkennung hielt König
Rudolf seinen ersten Hoftag zu Nürnberg (Martini- 1274,
11. November). Er legte den dort versammelten Reichsfürsten sein
Verhältniss dar, er drang auf ihre Entscheidung; sie sollten bestimmen,
was sein Recht sei, was der widerstrebende Böhmenkönig'
ihm gegenüber zu erfüllen, was im Falle des Ungehorsams zu —
gewärtigen habe.