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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

446  J  o  s  e  p  h  C  h  in  e  1.

„tibique  et  legitimis  tuis  heredibus,  quemadmodum  est  praescrip-„tum
  jure  et  titulo  feudali  perpetuo  possidendos”  —  Aachen  am
9.  August  1262.
König  Richard  hält  also  auch,  wie  Kaiser  Friedrich  II.,  die  Herzogthümer
  für  erledigt  und  heimgefallene  Reichslehen;  er  anerkennt ­
  kein  Erbrecht  der  weiblichen  Glieder  des  Hauses  Babenberg,
die  von  der  Königinn  Margareth  damals  übergebene  Urkunde  wird
nicht  beachtet.  —  K.  Ottokar  11.  hat  jetzt  einen  andern  Rechtstitel.
König  Ottokar  II.,  der  als  echter  Politiker  nach  allen  Seiten  hin  sich
sein  usurpirtes  Besitzthum  sichern  wollte,  hatte  jedoch  sein  Augenmerk ­
  stets  auf  die  Glieder  des  Hauses  Babenberg  gerichtet,  er  verlor
sie  nicht  aus  den  Augen.  Gefährlich  konnte  ihm  jedenfalls  ein
männlicher  Sprosse  einer  Babenbergerinn  werden.
Ein  solcher  war  der  Sohn  seiner  Schwägerinn,  der  Herzoginn
Gertrud  aus  ihrer  zweiten  Ehe  mit  dem  Markgrafen  Hermann  vonBaden,
jener  unglückliche  Freund  und  Schicksalsgenosse  des  letzten  Hohenstaufen ­
  Konradin  —  Friedrich  von  Österreich.  —
Sein  Interesse  verband  sich  mit  dem  des  Papstes,  gleichwie
dieser  den  letzten  Sprössling  eines  verhassten  Geschlechtes  bis  zum
Untergang  verfolgte,  so  ruhte  König  Ottokar  nicht,  bis  auch  der
Babenberger  Abkömmling  beseitigt  war.
Diese  Ansicht  von  König  Ottokar’s  Handlungsweise  spricht
Ottokar  Horneck  im  XXXI.  Capitel  seiner  Reimchronik  (H.  Pez.  SS.
Rer.  Austr.  III,  pag.  41)  deutlich  aus:
„Wie  KunigKarlot  Kunig  Chunrat  und  MarkgraffFridreich  enthawpt
  hat.”—  (König  Karl  war  unschlüssig,  wie  er  die  beiden  gefangenen ­
  Prinzen  behandeln  sollte.)
Pez  3,  41.  26  Er  gedähte  und  er  folde
cap.  XXXI.  biten  unz  an  rehter  wal
ze  Rome  die  Cardinal
einen  babeft  gewannen.
30  Wes  lie  danne  begunnen,
daz  müeße  nach  lim  rate  fin.
Die  jungen  lierren  liten  pin
mit  vanenülTe  unz  uf  den  tac,
daz  der  kriftenheite  plilac
            
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