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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Description  de  l’Afrique.

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Die  Bewässerung  findet  nach  Stunden  Statt,  daher  kömmt  es,
dass  die  Diener  dieser  Gärten  aufs  Genaueste  die  Stunden  des  Tages
kennen.  Frägst  du  einen  von  ihnen,  der  gar  keine  Kunde  davon  hat,
welche  Stunde  des  Tages  verflossen  ist,  so  blickt  er  biossauf  die
Sonne  und  misst  durch  das  Fortschreiten  ihres  Schattens  die  Zeit
ab  und  sagt  dir  alsogleieh:  Es  ist  so  und  soviel  von  einer  Sechstel-Stunde.

Die  Leute  von  Kafsa  streiten  sieh  um  diese  Wasser  und  verkaufen ­
  sielt  wechselseitig  das  Recht  zur  Bewässerung  um  hohe
Preise.
Die  Stadt  Kafsa  hat  einen  grossen  Hain,  der  sie  von  allen
Seiten  wie  ein  Kranz  umgibt,  in  einem  Kreise  dessen  Durchmesser
zehn  Meilen  beträgt.  In  diesem  Haine  sind  Niederlassungen,  die
Kuzä  (d.  i.  Dörfer)  genannt  werden,  achtzehn  au  der  Zahl,  den  Hain,
die  Niederlassungen  und  das  Ganze  umschliesst  eine  Mauer,  welche
die  Mauer  des  Haines  genannt  wird.  In  dieser  Mauer  sind  grosse
Thore,  oberhalb  welcher  bewohnte  Thiirme  angebracht  sind,  welche
Thore  Durüb  (d.  i.  Wege)  genannt  werden.  Der  Hain  von  Kafsa  ist
reich  an  Palmen,  Ölbäumen  und  allen  Obstarten,  die  hier  besser,  als
irgendwo  anders  gedeihen.  Hier  gibt  es  herrliche  Äpfel  von  kostbarem ­
  Gerüche,  die  man  Sudsi  nennt  und  dergleichen  in  keinem
anderen  Lande  zu  finden  sind,  ebenso  vortreffliche  Granatäpfel,
Oitronen  und  Bananen.  Audi  gibt  es  eine  eigene  Art  von  Datteln,
die  ausgezeichnet  ist  und  die  Mehrzahl  ihrer  Datteln  ist  von  dieser
Art.  Es  hat  diese  Dattelart  die  Länge  von  vier  Zoll  und  der  Umfang
eines  Hühnereies  und  ist  so  rein  und  fein  von  Haut,  dass  sie  fast
durchsichtig  ist.  Man  pflegt  diese  Datteln  in  grossen  Getassen  aufzubewahren; ­
  nimmt  man  sie  dann  heraus,  so  bleibt  auf  dem  Boden  des
Gefässes  eine  klebrige  Flüssigkeit  zurück,  die  süsser  als  Honig  ist
und  die  zur  Bereitung  von  Süssigkeiten  verwendet  wird.
Kafsa  bringt  auch  die  meisten  Pistazen  hervor,  so  dass  mir
däuclit,  ganz  Afrika  werde  von  ihm  mit  Pistazen  versehen,  ebenso
wie  das  eigentliche  Maghrih,  Spanien  und  Ägypten,  denn  die  Pistazen,
welche  aus  Syrien  kommen,  sind  kleiner  und  mit  denen  von  Kafsa
nicht  zu  vergleichen,  welche  die  Grösse  einer  Mandel  erreichen.
Wenn  die  Früchte  noch  auf  dem  Baume  sind,  so  gewährt  der  Baum
einen  sehr  schönen  Anblick,  denn  es  hängt  die  Frucht  in  Büscheln
darauf  gerade  wie  die  Weintrauben.  Diese  Pistazen  haben  einen  so
            
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