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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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v.  Krem  er.

Der  Hafen  der  Stadt  ist  sicher  und  enthält  eine  Quelle  süssen
Wassers,  die  von  den  Schiffsleuten  aufgesucht  wird.
Bei  der  Beschreibung  der  Stadt  Sibte,  die  nun  folgt,  erwähnt
der  Autor  des  Meeres,  welches  unter  dem  Namen  Jeswäl  bekannt  ist;
ob  diese  Leseart  die  richtige  sei,  ist  schwer  zu  entscheiden,  auf
jeden  Fall  ist  aber  die  in  dem  Texte  der  Handschrift  unseres  Autors,
welche  sich  im  Besitze  der  k.  k.  orientalischen  Akademie  befindet,
angegebene  Leseart  zu  verwerfen,  wie  ich  schon  in  einer  Note
in  meiner  Ausgabe  des  Textes  angegeben  habe.  Edrisi,  der  für
diesen  Theil  Afrika’s  ein  viel  zuverlässigerer  Gewährsmann  als
Ab  ul  fe  da  ist,  schreibt  in  der  französischen  Übersetzung  von
Jaubert  (II,  p.  o),  da  aber  leider  diese  Übersetzung  nicht
mit  gehörig  kritischer  Genauigkeit  gemacht  ist,  so  können  wir  dieser
Leseart  auch  nicht  unbedingtes  Vertrauen  schenken.
Nach  dieser  Abschweifung,  die  zur  Rechtfertigung  der  in  meiner
Ausgabe  des  Textes  gewählten  Leseart  nothwendig  war,  kehren  wir
nun  zur  Schilderung  der  nächstfolgenden  Stadt  zurück.
Die  Stadt  Tandscha  ist  eine  bedeutende  Stadt,  die  viele  Überreste ­
  des  Alterthums,  Schlösser  und  Gewölbe  enthält,  in  denen  das
Wasser  in  einem  grossen  Ganale  herbeigeleitet  wurde,  ausserdem
enthält  die  Stadt  Cisternen,  sie  besitzt  überdies  noch  eine  Quelle
guten  Wassers,  die  Berkal  genannt  wird  und  welche  die  Eigenschaft
haben  soll,  dass  jeder,  der  daraus  trinkt,  blödsinnig  wird.
Die  Leute  von  Tandscha  wenden  diesen  Umstand  daher  im
Gespräche  an,  wenn  Jemand  einen  Verstoss  beging  und  sagen  dann:
Du  hast  vom  Wasser  der  Quelle  Berkal  getrunken  und  desshalb  wird
(Dein  Vergehen)  Dir  nicht  angerechnet.
Desshalb  sagt  ein  Dichter:
Zu  Tandscha  ist  eine  Quelle  mitten  im  Sande,
Lieblich  ist  ihr  Wasser,  wie  das  des  Selsebil,
Leicht  von  Gewicht  und  süss:  jedoch
Fliegt  es  mit  dem,  der  davon  trinkt,  tausend  Meilen  weit.
An  ihr  war  viel  Marmorgestein  angebracht  und  herrlich  behauene ­
  Felsenblöcke.  Von  dieser  Quelle  aus  ging  ehemals  eine
Brücke  über  die  Meerenge  (Bahr-ez-Zoäk)  bis  an  die  Küste  Spaniens, ­
  die  in  der  Welt  ihres  Gleichen  nicht  hatte,  über  sie  zogen  die
            
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