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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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v.  Kremer.

herumzukreisen  und  er  wirft  sein  Netz  auf  sie  aus  und  fängt  so  viel
er  kann  und  wiederholt  dies,  bis  er  soviel  hat,  als  er  bedarf.
Nicht  weit  von  diesem  See  im  Innern  des  Landes  sind  zwei
andere  Seen,  deren  einer  süsses,  der  andere  aber  salziges  Wasser
hat,  ohne  dass  das  Wasser  des  Meeres  sich  hinein  ergösse.  Durch
sechs  Monate  ergiesst  sich  wechselseitig  einer  dieser  Seen  in  den
anderen,  ohne  dass  ihr  Wasser  sich  verändert;  es  wird  das  süsse
Wasser  nicht  salzig  und  das  salzige  nicht  süss.
So  wie  wir  hier  die  Haupterwerbsquelle  der  Bewohner  von  Benzert
  kennen  lernen,  so  gibt  uns  der  nächste  den  Städten  Tarfa  und
Mersä-el-Chazar  gewidmete  Artikel  beachtenswerthe  Aufschlüsse
über  die  Korallenfischerei.
Die  Stadt  Tarfa  ist  eine  uralte  Stadt  mit  vielen  Kesten  des
Alterthums,  sie  liegt  am  Ufer  eines  Stromes  in  der  Nähe  des  Meeres,
so  dass  die  Schilfe  an  den  Thoren  der  Stadt  anlegen  können.  Nicht
fern  davon  ist  die  Stadt  Mersä-el  Chazar,  es  ist  dies  eine  alte  Stadt,
die  vom  Meere  von  allen  Seiten  umgeben  ist,  mit  Ausnahme  einer
einzigen  hübschen  Landenge,  die  aber  manchmal  im  Winter  von  der
See  unter  Wasser  gesetzt  wird.  Die  Stadt  ist  von  alten  Mauern  umgeben ­
  und  daselbst  werden  Schiffe  zur  Bekriegung  der  Länder  der
Römer  erbaut.
Hier  werden  die  Korallen  gewonnen  und  damit  nach  allen  Welttheilen
  Handel  getrieben.  Es  wohnen  daselbst  Leute,  die  Schiffe  und
Nachen  haben  und  deren  einziger  Erwerb  der  ist,  Korallen  aus  dem
Grunde  des  Meeres  heraufzuholen.
Es  sind  die  Korallen  geästete  Pflanzen  mit  Verzweigungen,  und
die  Weise,  wie  man  sie  gewinnt,  ist  die,  dass  man  Hölzer  kreuzweis
über  einander  nagelt,  dann  darüber  Schlingen  aus  Hanf,  oder  Wolle 1 )
wirft,  sie  mit  Seilen  belastet  und  ins  Meer  versenkt.  Wie  die  Kähne
fortsegeln,  so  schleifen  diese  hänfenen  Stricke  auf  dem  Grunde  des
Meeres  nach  und  es  brechen  die  Korallen  ah  und  bleiben  in  den
Stricken  hängen,  die  man  dann  herauszieht  um  das,  was  daran  hängen
blieb,  abzunehmen.  Man  behauptet,  dass  die  Korallen  im  Grunde  des
Meeres  weich  und  biegsam  seien,  doch  wenn  die  Luft  sie  berühre,
würden  sie  hart.

*)  Statt  dem  Worte  das  ich  im  Texte  beibehalten  habe,  möchte  ich  gern
d*  lesen.
            
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