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Abü-Dschäfer Ibn Ibrahim der Mediciner erzählt in seinem
Werke über die Eroberungen von Afrika, dass Musa Ibn Nosair, als
er Spanien eroberte, befahl: den ältesten Greis des Landes herbeizubringen.
Da brachte man ihm einen Greis, dessen Augendeckel mit
einer Binde hinaufgebunden waren vor Alter, und Musa frug ihn:
„Von wo bist du gebürtig, o Scheich!” Er entgegnete: „Von Kartadschenne,”—
Da fuhr Musa fort: Und was hat diese Stadt zu Grunde
gerichtet und wie lautet die Sage von Kartadschenne? — Der Scheich
erwiderte: „Es erbaute sie ein Volk von den Überresten der Aditen
und sie bewohnten die Stadt, so lange es Gott gefiel. Hierauf lag die
Stadt tausend Jalire wüste, bis Ermin, der König, Sohn der Ered,
Sohnes des Nimrüd, sie neu aufbaute und das Wasser auf Bogen über
Tliäler und Berge hinleitete, bis er es in die Stadt Kartadschenne gelangen
machte. Mein Volk bewohnte nun die Stadt so lange es Gott
gefiel, bis eines Tages ein Mann an den Grundfesten dieser Gewölbe
grub. Da fand er auf einem Steine eine Inschrift, welche lautete:
Diese Stadt wird veröden, wenn das Salz in ihr zum Vorschein kommt,
und während wir noch sasseri, erzählte der Scheich, siehe da keimte
das Salz aus einem Steine hervor. Da beschauten wir dieses und
bald ereignete sieb dasselbe in der ganzen Stadt. Da reisete ich fort
und kam hielier. — So weit der Scheich. —
Glaubens würdige Männer erzählen von 'Abd - er - Ralimän - Ibn-Zijäd-lbn-Enam,
er habe folgendes berichtet: „Ich ging mit meinem
Oheim in Kartadschenne herum, um die Ruinen zu beschauen und die
wundervollen Bauten zn betrachten; da fanden wir ein Grab, auf den
in himjaritischer Schrift geschrieben stand: leb bin 'Abd-AIlali, der
Gesandte Gottes, Salih; Gott sandte mich an die Bewohner dieser
Stadt, auf dass ich sie zu Gott zurückführe, und sie tödteten mich
ungerechter Weise und ihr Abrechner ist Gott und er ist der beste
Stellvertreter.
Dies ist ohne Zweifel (fügt unser rechtgläubiger Geograph
hinzu), die Ursache des Unterganges von Kartadschenne, doch Gott
weiss am besten, was richtig ist.
Mit diesen Worten schliesst unser Autor seine Schilderung der
Stadt Kartadschenne und ihrer Alterthümer, die, wie sich jeder durch
Vergleichung überzeugen kann, viel vollständiger ist, als die in
Quatremere’s Auszügen gegebene Beschreibung von 'Obeid-AIIahel-Bekri.