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v. Kreme r.
schon seit langer Zeit zu verschleppen, und doch hat er noch bis
jetzt kein Ende genommen.
Bei diesen beiden Schlössern ist eine Wasserleitung, die von
der Gegend des Dschöf (d. i. des Meerhusens) herkömmt, obwohl
die Quelle nicht bekannt ist. An dieser Wasserleitung sind Wasserräder
und kleine Canäle, welche die Gärten bewässern. Hier stand
ein grosses Schloss mit der Aussicht auf das Meer das Kümas*) genannt
wurde; es ist eine der grössten Merkwürdigkeiten von Kartadschenne,
denn es ist dieses Schloss auf marmornen Säulen von ausserordentlicher
Grösse erbaut, so dass auf jeder Säule zwölf Männer
gut sitzen könnten und in ihrer Mitte noch ein Tisch mit Speisen und
Trank Platz fände 3 ). Die Säulen sind gestreift und weiss wie Schnee.
Die Peripherie jeder Säule beträgt dreissig Spannen, die Höhe ist
sehr bedeutend; auf diesen Säulen ruhen andere quer darüber, hierauf
ist das Schloss erbaut, bestehend aus aufeinander ruhenden Gewölben,
die mit wunderbarer Kunst und auf die solideste Art gebaut
sind.
Es war dieses Schloss eine feste Burg und ward erst neuerlich
zerstört, weil sich Räuber darin aufhielten, welche diese Gegenden
unsicher machten und sich dahin zu flüchten pflegten. Desshalb
zogen die Leute von Tunis gegen sie aus, tödteten sie und riessen
das Schloss nieder. In der Nähe ist ein Ort mit Gewölben und Gängen
unter der Erde, die man zu betreten sich fürchtet. Darin sind die
Körper der Todten unverweset.
Innerhalb der Stadt ist ein Canal, den Schiffe mit Segeln befahren
können. In der Stadt sind ausserdem viele Wasserleitungen,
von denen einige Mawadschil-esch-Schejätin, d. i. Wasserleitungen
der Teufel, genannt werden; desshalb weil jeder, der sich ihnen
nahet, darin ein Dröhnen hört. Die Leute weigern sich sehr, dieselben
zu betreten und wer es wagt, sie in der Nacht zu betreten,
von dem weiss man, dass er sehr muthig ist. Ich habe sie bei Tag
betreten, mit einer Anzahl guter Freunde, und sah etwas höchst
1 ) Quatremere schreibt nach Bekri ^ Notices et Ecctraits de la Bibliotheque
du Hoi, XII me vol.
3 ) So glaube ich diese Stelle verstehen zu müssen, die in Quatremere’s Übersetzung
anders lautet und desshalb von Barth für eine Darstellung des
Abendmahles gehalten wird.