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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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v.  Kreme  r.

schon  seit  langer  Zeit  zu  verschleppen,  und  doch  hat  er  noch  bis
jetzt  kein  Ende  genommen.
Bei  diesen  beiden  Schlössern  ist  eine  Wasserleitung,  die  von
der  Gegend  des  Dschöf  (d.  i.  des  Meerhusens)  herkömmt,  obwohl
die  Quelle  nicht  bekannt  ist.  An  dieser  Wasserleitung  sind  Wasserräder ­
  und  kleine  Canäle,  welche  die  Gärten  bewässern.  Hier  stand
ein  grosses  Schloss  mit  der  Aussicht  auf  das  Meer  das  Kümas*)  genannt ­
  wurde;  es  ist  eine  der  grössten  Merkwürdigkeiten  von  Kartadschenne,
  denn  es  ist  dieses  Schloss  auf  marmornen  Säulen  von  ausserordentlicher ­
  Grösse  erbaut,  so  dass  auf  jeder  Säule  zwölf  Männer
gut  sitzen  könnten  und  in  ihrer  Mitte  noch  ein  Tisch  mit  Speisen  und
Trank  Platz  fände 3 ).  Die  Säulen  sind  gestreift  und  weiss  wie  Schnee.
Die  Peripherie  jeder  Säule  beträgt  dreissig  Spannen,  die  Höhe  ist
sehr  bedeutend;  auf  diesen  Säulen  ruhen  andere  quer  darüber,  hierauf ­
  ist  das  Schloss  erbaut,  bestehend  aus  aufeinander  ruhenden  Gewölben, ­
  die  mit  wunderbarer  Kunst  und  auf  die  solideste  Art  gebaut
sind.
Es  war  dieses  Schloss  eine  feste  Burg  und  ward  erst  neuerlich
zerstört,  weil  sich  Räuber  darin  aufhielten,  welche  diese  Gegenden
unsicher  machten  und  sich  dahin  zu  flüchten  pflegten.  Desshalb
zogen  die  Leute  von  Tunis  gegen  sie  aus,  tödteten  sie  und  riessen
das  Schloss  nieder.  In  der  Nähe  ist  ein  Ort  mit  Gewölben  und  Gängen
unter  der  Erde,  die  man  zu  betreten  sich  fürchtet.  Darin  sind  die
Körper  der  Todten  unverweset.
Innerhalb  der  Stadt  ist  ein  Canal,  den  Schiffe  mit  Segeln  befahren ­
  können.  In  der  Stadt  sind  ausserdem  viele  Wasserleitungen,
von  denen  einige  Mawadschil-esch-Schejätin,  d.  i.  Wasserleitungen
der  Teufel,  genannt  werden;  desshalb  weil  jeder,  der  sich  ihnen
nahet,  darin  ein  Dröhnen  hört.  Die  Leute  weigern  sich  sehr,  dieselben ­
  zu  betreten  und  wer  es  wagt,  sie  in  der  Nacht  zu  betreten,
von  dem  weiss  man,  dass  er  sehr  muthig  ist.  Ich  habe  sie  bei  Tag
betreten,  mit  einer  Anzahl  guter  Freunde,  und  sah  etwas  höchst

1 )  Quatremere  schreibt  nach  Bekri  ^  Notices  et  Ecctraits  de  la  Bibliotheque
  du  Hoi,  XII me  vol.
3 )  So  glaube  ich  diese  Stelle  verstehen  zu  müssen,  die  in  Quatremere’s  Übersetzung ­
  anders  lautet  und  desshalb  von  Barth  für  eine  Darstellung  des
Abendmahles  gehalten  wird.
            
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