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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Description  de  1’  Ai'rique.

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belagern  und  zu  verwüsten.  Der  Name  dieses  Feldherrn  war  Schibiun
  (Scipio),  —  so  zogen  sie  also  nach  Afrika,  belagerten  Iiartadschenne,
  und  es  war  in  dieser  StadtNiemand,  der  sie  hätte  beschützen
können,  desshalb  sandten  die  Einwohner  an  ihren  König  Hannibal,  um
ihm  kund  zu  thun,  welches  Missgeschick  ihr  Land  hetroll'en  habe
von  dem  Volke  von  Rom,  und  sie  flehten  ihn  an,  ihnen  eiligst  zu
Hülfe  zu  ziehen.  Da  soll  sich  der  König  von  Kartadschenne  verwundert ­
  und  gesprochen  haben:  „Ich  wollte  die  Spur  der  Römer
von  der  Erde  vertilgen,  doch  jetzt  glaube  ich,  dass  der  Himmel  es
anders  wollte.”  Hierauf  kehrte  er  eilends  zurück,  und  Scipio,  der
Feldherr  des  Herrschers  über  Rom,  griff  ihn  an  und  schlug  ihn  mehrmals, ­
  bis  er  ihn  tödtete  und  sein  Heer  vernichtete.  Hierauf  zog  er
in  Kartadschenne  ein  und  verwüstete  und  verbrannte  die  Stadt.
Die  Muslimen,  als  sie  Afrika  eroberten,  vernichteten  den  Rest
der  Stadt,  wie  allen  bekannt  ist.  Jetzt  ist  in  Kardatschenne  nur  ein
einziges  Schloss  mehr  bewohnt,  das  Kala  genannt  wird.  Dieser
Bau  ist  höchst  bewundernswerth,  von  ausserordentlichem  Umfange
und  bedeutender  Höhe,  bestehend  aus  in  grossen  Stockwerken  übereinander ­
  gebauten  Gewölben  er  hat  die  Aussicht  auf  das  Meer
und  ist  ein  mächtiges  Schloss.
In  Kartadschenne  ist  ebenfalls  ein  Amphitheater,  das  die  Bewohner ­
  jener  Gegend  Tiätri  nennen.  Es  besteht  aus  Gewölben,  die
auf  marmornen  Säulen  ruhen,  auf  diesen  Gewölben  ruhen  wieder
andere,  vier  Stockwerke  hoch,  diese  umschliessen  das  eigentliche
Haus.  Das  Haus  selbst  ist  rund  und  von  eigenthtimlicher  Bauart,  es
hat  viele  Thore  und  ober  jedem  Tliore  ist  die  Abbildung  eines  Thieres
(zu  sehen).  Auf  den  Wänden  sind  die  Abbildungen  aller  Handwerksleute ­
  mit  ihren  Werkzeugen  in  den  Händen.
In  diesem  Hause  ist  so  viel  Marmor,  dass,  wenn  alle  Bewohner
von  Afrika  sich  versammeln  würden,  sie  ihn  doch  nicht  forttragen
könnten,  wegen  seiner  grossen  Menge.
Hier  sind  auch  noch  zwei  Schlösser,  die  mit  dem  Namen  der:
„beiden  Schwestern”  —  bezeichnet  werden;  kein  Stein  von  diesen
gleicht  dem  andern.  Hier  tindet  sich  auch  eine  Marmorplatte  von  der
Länge  von  dreissig  Spannen  und  der  Breite  von  fünfzehn  Spannen.
Westlich  davon  soll  ein  ganzes  Haus  aus  einem  einzigen  Steine  sich
befinden.  Die  Leute  pflegen  den  Marmor  dieser  beiden  Schlösser
            
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