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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Description  del’Afrique.

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Handschrift  derselbe  nicht  genannt  wird  und,  wie  gesagt,  Hadschi
Chalfa  uns  darüber  keine  Auskunft  gibt.  Das  Zeitalter  übrigens,  in
dem  das  Werk  geschrieben  wurde,  sind  wir  im  Stande,  genau  anzugeben, ­
  da  der  Verfasser  sich  darüber  selbst  äussert,  pag.  82,  wo  er
sagt:  „wir  sind  jetzt  im  Jahre  (5)  87  im  Monate  Redscheb.”  Wir
geben  nun  zur  ausführlichen  Inhaltsanzeige  des  Werkes  über:
Das  Werk  beginnt  mit  der  Schilderung  der  an  der  Seeküste
gelegenen  Städte,  deren  erste  die  Stadt  Tripolis  ist,  welche  wir
ebenso  wie  die  der  darauf  folgenden  Stadt  Käbes  übergeben,  ohne
das  von  unserem  Geographen  über  sie  Gesagte  hervorzuheben,  da  die
Schilderung  beider  in  den  von  Quatremere  gegebenen  Auszügen
enthalten  ist.  Umsoweniger  aber  können  wir  die  Gründung  und  Beschreibung ­
  der  Stadt  Kairowan  übergehen,  über  die  unser  Schriftsteller ­
  Folgendes  erzählt:  Im  Jahre  47  der  mohammedanischen  Zeitrechnung ­
  ernannte  der  Chalife  Muäwije  den  Tkbat-Ibn-Näfi',  den
Koraischiten,  zum  Statthalter  über  Afrika;  er  eroberte  das  Land  mit
10.000  Muslimen,  und  liess,  was  er  an  Christen  fand,  über  die  Klinge
springen.  Dann  sagte  er  zu  seinen  Genossen  :  Mir  däucht,  wenn  ein
Imam  (Religions-Oberhaupt,  eigentlich  Vorbeter)  nach  Afrika  käme,
würden  alle  Neubekehrten  am  Islam  festhalten,  verliesse  sie  aber
derselbe,  so  würden  sie  auch  den  Glauben  Gottes  wieder  aufgeben,
und  zum  christlichen  Glauben  znriickkehren,  desshalb  rathe  ich  euch,
o  Gemeinschaft  der  Muslimen,  euch  eine  Stadt  auszuerwählen,  auf
dass  es  euch  zur  Ehre  gereiche  für  alle  Zeiten.
Das  Volk  nahm  diesen  Vorschlag-  an  und  sie  kamen  überein,
dass  die  Bewohner  dieser  Stadt  eine  Grenztruppe  bilden  sollten,  und
sie  sprachen:  Lasst  uns  die  Stadt  nahe  am  Meere  gründen,  damit  der
Glaubenskampf  und  der  Grenzkrieg  ununterbrochen  stattfinde.
Doch  'Ukba  meinte:  Wir  müssen  uns  vor  dem  König  von  Konstantinopel ­
  fürchten.  Endlich  wurden  sie  in  Bezug  auf  den  Ort  der
Stadt  einig,  und  es  sagte  ‘Ukba  zu  ihnen:  Verlegt  die  Stadt  in  die
Nähe  des  Marschlandes,  denn  der  grösste  Theil  eurer  Heerden  besteht ­
  in  Kameelen,  damit  diese  vor  dem  Thore  der  Stadt  sicher  vor
den  Berbern  seien.  Hierauf  rief  'Ukba  alles  das,  was  in  dem  Haine
war  von  wilden  Thieren  und  Gewürm  an  und  sprach:  Zieht  fort  mit
der  Erlaubnis  Gottes!  —  und  siebe,  da  zog  alles,  was  darin  war,
fort,  so  dass  kein  einziges  Thier  mehr  zurückblieb  —  und  das  Volk
(der  Muslimen)  sab  dies  (und  staunte).
            
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