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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Ar  n  et  h.

dem  Aufsatze  bis  in  die  ersten  Jahre  Karl’s  V.  fortgeführt  und  dessen
anfängliche  Stellung  zu  den  Reichsstädten  erörtert.  Es  ist  da  von
nicht  bloss  historischem  Interesse  zu  sehen,  wie  die  materiellen
Fragen  jener  Zeit  vielfach  genau  mit  denjenigen  übereinstimmen,
welche  in  den  letzten  Jahren  und  Monaten  den  Gegenstand  der  wichtigsten ­
  Berathungen  der  mitteleuropäischen  Grossmächte  bildeten,
somit,  ohne  eine  Parallele  ziehen  und  Zeitfragen  mit  historischen
Erörterungen  vermengen  zu  wollen,  ein  Parallelismus  sich  von  selbst
ergibt.  Der  Verfasser  glaubte  es  daher  der  Sache  schuldig  zu  sein,
alles  dasjenige,  worin  die  Geschichte  früherer  Tage  der  Gegenwart ­
  ähnlich  ward,  diese  belehren  kann,  ruhig  und  unbefangen  hervorzuheben, ­
  es  dem  Leser  überlassend,  die  Schlussfolgerungen  nach
besserem  Ermessen  herauszunehmen.  Es  galt  auch  damals,  dass
deutsche  Freiheit,  Recht  und  Verfassung  als  Aushängschild  für  Tendenzen ­
  gelten  mussten,  die  mit  den  schönen  Ausdrücken  im  grellen
Widerspruche  standen;  die  Politik  aber,  welche  der  Kaiser  einschlug,
bezeiclinete  den  einzig  möglichen  Weg  zu  etwas  Tüchtigem  zu  gelangen ­
  und  wenn  dieses,  aller  Bemühungen  ungeachtet,  nicht  erreicht
wurde,  war  wieder  nicht  der  Kaiser  anzuklagen,  sondern  neben
den  vielen  Sonderinteressen,  die  im  Laufe  weniger  Jahre  den  Deutschen ­
  in  Fleisch  und  Blut  gedrungene  neue  Spaltung,  welche  bis
zum  gegenwärtigen  Augenblicke  Ursache  ist,  dass  in  Deutschland ­
  auch  nicht  die  einfachste  politische  oder  mercantilische  Frage
vom  politischen  oder  mercantilischen  Standpuncte  allein  aufgefasst
oder  gelöst  werden  kann,  sondern  jeder  sich  das  confessionelle
Interesse  beigesellt.  Der  mit  dem  Jahre  152S  eingetretene  blutige
Ausbruch  des  neuen  bis  zum  Sitze  der  Seele  gedrungenen  Haders,
vertagte  die  angeregten  Fragen  ad  calendas  graecas,  und  erst
einem  andern  Karl  V.  war  es  Vorbehalten  sie  wieder  aufzunehmen.
Fortsetzung  der  Auszüge  aus:  „Der  Feldmarschall
Starhemberg
Von  Arncth,  Hof-Concipisten  im  Ministerium  des  Äussern.
Herr  Arneth  vollendet  die  in  der  letzten  Sitzung  begonnene
Lesung  eines  Bruchstückes  aus  dem  Leben  des  Feldmarschalls  Guido
Starhemberg.  Er  schildert  die  missliche  Lage  des  Heeres  der  Ver-
            
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