Bericht über die Leistungen der historischen Commission. 361
Für die Geschichte des Grossfürstenthumes
Siebenbürgen,
dem äussersten Grenzlande gegen Osten, das mehr noch als Ungern
in den letzten yerhängnissvollen Jahren gelitten hat, wurde nur Eine
Abhandlung geliefert, welche im Archive Band 5, S. 321—381,
gedruckt erschien. Ich meine die „Beiträge zur Geschichte Siebenbürgens
unter K. Ludwig I., 1342—-1382, von G. D. Teutsch.”
Diese Arbeit, abgesehen von ihrer streng wissenschaftlichen Haltung,
bringt zudem auch neuen geschichtlichen Stoff, nämlich vierzehn
Beilagen, sämmtlich bisher ungedruckt und dem vierzehnten Jahrhunderte
angehörig. Sie erläutern die Gauverfassung und sonstigen
Verhältnisse des Gemeindewesens und sind eine schöne Bereicherung
zur Kenntniss deutschen Wesens, das sich im fernen Osten, mitten
zwischen Völkern fremder Zunge, bis zur Stunde noch lebensfrisch
erhalten hat.
Ausser dieser grösseren Arbeit findet sich im Notizenblatte 1851,
S. 272, nur noch ein ganz kurzer Wink Dr. W. Wattenbacli’s zur
Deutung der im siebenbürgischen Landeswappen bisher unerklärten
sogenannten „Seeblätter.”
Für die beiden Kronländer Oberitaliens ist von Eingebornen bis
zur Stunde kein Beitrag geliefert worden. Nur für das Gebiet von
Venedig
können wir hier die durch unser Mitglied J. Bergmann gelieferte
geschichtliche „Topographie der sieben und dreizehn Gemeinden in
den venezianischen Alpen,” abgedruckt im Archive 3, 225—265,
aufführen, und gehen nun, nachdem die die Geschichte der einzelnen
Kronländer betreffenden Leistungen durchgeordnet sind, zur Betrachtung
jener Arbeiten über, welche mehrere derselben zugleich behandeln
und dadurch theilweise, andere aber, welche dies mit allen tliun,
die Geschichte der gesammten '
österreichischen Monarchie
zum Gegenstände haben. Wir stellen auch hier wieder jene Leistungen
voran, welche die Geschichte der Monarchie im Allgemeinen,
sowie jene des gemeinschaftlichen Regentenhauses
und seiner Glieder betreffen, bringen aber zugleich, da hier die