Bericht über die Leistungen der historischen Commission. 34b
Becken von Leopoldsdorf,” herausgegeben durch Dr. H. J. Zeibig,
und als zweiter Beitrag ein Anhang zu derselben, bestehend aus
„Regesten ungedruckter Urkunden zur Orts-, Familien- und Landesgeschichte
Österreichs aus dem Archive zu Leopoldsdorf,” von Dr.
Wolfarth. Die Chronik selbst ist die Original - Aufschreibung der
Familienglieder und reicht vom Jahre 1467 bis 1571. Begonnen
hat sie Conrad Beck, Bürger zu Mengen im Donaukreise des
heutigen Königreiches Würtemberg. Sie hat sich auf einigen Blättern
einer Miscellan-Handschrift der Stiftsbibliothek zu Klosterneuburg
erhalten und berichtet auf lebendige und anschauliche Weise
das Emporkommen dieses Geschlechtes, das bald am Hofe Ferdinand’sl.
und Maximilians II. hohe Würden bekleidete. Leider bricht
sie zu früh ab, sonst würde sie wahrscheinlich auch über die weiten
Reisen des zuletzt eintragenden Hieronymus, der seinen Namen in die
grosse Pyramide zu Ghise meisselte, zu erzählen wissen. Beide Aufsätze
liegen der Commission druckfertig vor und sollen nächstens
unter die Presse.
Wir gehen nunmehr nach unserem Plane zur Aufzählung und
Durchordnung jener Mittheilungen über, welche zur Geschichte
des Landes
Österreich ob der Enns
geliefert wurden.
Als Beiträge zur allgemeinen Landesgeschichte lassen
sich folgende auffassen. Vor Allem die wichtigen „Urkunden, Briefe
und Actenstücke zur Geschichte K. Ladislaus Posthumus, Erzherzog
Albrecht’s VI. und Herzog Sigmund’s von Österreich,” welche
Chmel im zweiten Bande der zweiten Abtheilung der Fontes, zumeist
aus den Schätzen des Haus- und Staats-Archives zum ersten
Male veröffentlicht hat. Sie betreffen die Jahre 1443 bis 1465.
Namentlich sind hier jene Documente zu berücksichtigen, welche
sich auf Herzog Albrecht VI. beziehen, dem das Land ob der Enns
als Erbtheil durch Vertrag vom 15. Mai 1458 zugefallen war.
Ebenso das Land im Allgemeinen betreffend sind zum grossen
Theile die „Nachrichten über archivalische Vorräthe in Aistersheim,
Freistadt und Wartberg,” welche A. M. Böhm im Notizenblatte
1851, Seiten 91 bis 93 geliefert hat, als einen Theil seiner „Wanderungen
durch die Archive des Erzherzogthums Österreich ob und
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