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Prof, Zimmer mann.
schiedener Lage zurückgeworfen, in jedem derselben ein anderes
Bild gewähren muss, wie „eine und dieselbe Stadt, yon verschiedenen
Seiten aus angesehen, immer als eine andere und gleichsam vervielfältigt
erscheint, so kann es geschehen, dass es, wegen der unendlichen
Menge einfacher Substanzen, eben so viele verschiedene
Welten zu geben scheint, die, genauer besehen, nichts Anderes sind,
als die mannigfaltigen Ansichten der einzigen von den verschiedenen
Standpuncten der einzelnen Monaden aus angeschauten Welt.”
(Monadol. §. 37.) Referent hat an einem anderen Orte (Leibnitz’
Monadologie deutsch u.s. w. Wien 1847, S. 32) Leibnitzens Anschauung
des Weltalls mit einem Mosaikbilde verglichen, darin jedes
Steinchen eine durch seine Verhältnisse zum Ganzen und allem
Übrigen genau festgesetzte Stelle einnimmt und keine andere einnehmen
darf, wenn die Harmonie des Ganzen im Totalbilde erreicht
werden soll. Jedes Steinchen hat durch seine Lage bestimmte Beziehungen
zu jedem anderen, so wie zum ganzen Bilde; eine vollkommene
Intelligenz müsste daher im Stande sein, aus der Lage
eines einzigen Theilchens sich die nothwendig dazu gehörige Lage
aller übrigen und des ganzen Bildes zu erzeugen, ebenso, wie Diderot
behauptete, aus der erhaltenen Fusszehe einer Venus deren ganze
Statue reproduciren zu können. Jedes Steinchen drückt dergestalt das
Ganze aus, aber jedes aus einem anderen Gesichtspunct, und wie mit
Leibnitz (in der oben citirten Stelle des Briefes an Clarke) zu
reden: Jede einfache Substanz ist vermöge ihrer Natur, so zu sagen,
une concentration et un miroir vivant de tout Vunivers suivant
son point de vue.”
Die Art und Weise, wie jede Monas das Universum von ihrem
Standpuncte aus wiederspiegelt, lässt uns noch tiefer in die Verwandtschaft
zwischen Cusa-s und Leibnitzens Ansichten hineinblicken.
Des C us an er s Weltansicht kennt kein Leeres, die Leibnitz’sche
ebenso wenig. Nach Nico laus sind alle einzelnen Dinge die
stetige Entfaltung des Alls, nach Leibnitz lliessen alle geschaffenen
Substanzen in Gott, als ihrem Urquell, in Eins zusammen. So
wie nach der Meinung unseres Cardinais jedes Einzelding seinem
wahren Wesen nach, welches Gott ist, mit allen Anderen Eins ist, so
lässt Leibnitz jede Monas durch das ewige Band ihrer von der
Gottheit angeordneten Beziehungen zu jedem Anderen und zum ganzen
Universum mit allen Theilen desselben in Verbindung stehen.