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Prof. Zimmermann.
er nichts ausser sich hat, das von ihm unabhängig wäre und selbst
nur die Folge der Möglichkeit seines eigenen Wesens ist, auch keiner
Grenzen fähig ist, daher wenn er überhaupt Realität besitzt, auch
alle nur irgend mögliche Realität besitzen muss. Daher ist Gott allein
absolut vollkommen (d'une perfection absolumerit infinie),
schrankenlos; die Geschöpfe dagegen nur relativ vollkommen,
in sofern sie an der Vollkommenheit Gottes Theil haben, und beschränkt,
in sofern sie ihre eigene Natur an sich haben. Darin
besteht ihr Unterschied von der Gottheit.” (Monadol. §. 42.) Gott
ist ferner „die Quelle nicht allein des Seins (existence), sondern
auch des Wesens (essencey d. i. der Wirklichkeit sowohl als der
Möglichkeit, so dass es ohne ihn „nichts Reelles in der Möglichkeit,
nicht nur nichts Existirendes, sondern auch nichts Mögliches gibt.”
(Ebend.)
Diese Ansicht entspricht genau der Grundlehre Cusa ’s. Er, wie
Leibnitz (Monadol. §. 47), nennt die Gottheit die „ursprüngliche
Einheit,” die einfache ursprüngliche Substanz, deren Production nach
Cusa alle einzelnen Dinge (das All), nach Leibnitz alle „abgeleitete
oder geschaffene Monaden (kleinste Wirkliche, Atome bei
Cusa) sind, die nach Cusa durch (nicht pantheistisch zu nehmende)
Emanation, nach Leibnitz von Moment zu Moment durch beständige
Ausstrahlungen (Fulguration) der Gottheit entstehen, deren
Thätigkeit nach Cusa nur durch die „wesentlich eingeschränkte
Natur” der Dinge, nach Leibnitz durch die „wesentlich begrenzte
Empfänglichkeit der Creatur” beschränkt ist.
Die Ansicht Cusa’s, dass die Eigenschaften, welche der Gottheit
unb e dingt, den übrigen Dingen nur bedingt zukommen,
und dass sonach die Einzeldinge Verähnlichungen der Gottheit seien,
spricht Leibnitz in den Worten aus (Monadol. §. 48), dass die
Eigenschaften der höchsten Erkenntniss und des vollkommensten
Willens in Gott demjenigen entsprechen, was in den Geschöpfen das
Subject und die Grundlage ausmacht, dem Vorstellungs- und Begehrungsvermögen.
In ihm sind sie absolut, unendlich vollkommen,
während sie in der geschaffenen Monas blosse Nachbildungen der
Seinigen nach Massgabe der jedesmaligen Vollkommenheitsstufe der
Monas sind. Keine Monas daher drückt das gesammte Wesen der Gottheit
aus, sonst „wäre sie Gott,” sondern jede nach ihrer eigenen individuellen
Natur und nach der Stelle, die sie im Weltganzen einnimmt.