Über die Philosophie des Cardinais Cusanus.
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immer gleich bleibend, in jeglichem Dinge auf dessen besondere
Weise sich darstellt. (De doct. ign. I. II, c. V, fol. XVI, b.)
So ist Jegliches in Jeglichem und Gott ist in Allem; stellt jeder
Tlieil das Ganze dar, erscheint Gott in der Welt und die Welt
in jedem ihrer Theile auf eigenthiimliche Weise. Wie zwischen
Gott und der Welt Beziehungen stattfinden, vermöge deren Gott
das uneingeschränkte All und das All die eingeschränkte Gottheit
ist, so finden zwischen jedem Theile der Welt und dem ganzen
Universum ähnliche Statt, vermöge welchen Jegliches im All das
All selbst; dieses Letztere in Jeglichem auf verschiedene Weise
und Jegliches endlich auf verschiedene Weise im All ist. „Was ist
also die Welt als des unsichtbaren Gottes sichtbare Erscheinung?
Was Gott, als des Sichtbaren Unsichtbarkeit?” (Dial. de gossest,
fol. 183, a.)
Wenn dergestalt das All in Allem und in Jeglichem auf verschiedene
Weise ist, so folgt, dass es so viele Abbilder des Alls,
deren j§des vom andern verschieden ist, geben muss, als es Einzeldinge
(individua) gibt, in deren Jeglichem sich das All nach seiner
Weise offenbart. Es folgt ebenso daraus, dass nicht zwei Individuen
einander vollkommen gleieh sein können, weil in Jedem sich das AU,
dessen eingeschränkte Darstellung, auf eine von jedem Andern sich
unterscheidende Weise sich darstellen muss. Denn, da das All nur in
eingeschränkter endlicher Weise ist, so muss Jegliches in selbem
zwischen den beiden Endpuncten der Einschränkung, dem Grössten
und dem Kleinsten, liegen, welche in der Gottheit in Eins zusammen-"fallen.
Über jeden Grad der Einschränkung hinaus kann es in Gedanken
einen grösseren oder kleineren geben, aber nicht in Wirklichkeit.
Hier muss es sowohl ein der That nach seiner Kleinheit
wegen Untheilbares, Atome geben, als in der Menge eine
bestimmte Zahl, das All. Für jede Gattung, jede Art, jedes Einzelding
kann es höhere und niedere in Gedanken, in Wirklichkeit aber
muss es unterste Gattungen, unterste Arten und Individuen geben,
unterhalb welchen Andere wohl denkbar aber nicht wirklich sind.
Nichts ist im Weltall, das sich nicht einer besonderen Eigenthümlichkeit,
die sonst an keinem Andern wiederzufinden ist, erfreute,
und in keinem Einzelding stimmen die es dazu machenden Gründe
(principia individuantiaj in gleich harmonischen Verhältnissen
wie in irgend einem nderen zusammen, damit Jegliches durch sich