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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof.  Zimmer  mann.

dem  All  auch,  aber  bedingt  zu.  Gott  ist;  das  All  auch;  aber  Jener
ohne,  dieses  mit  Voraussetzung  eines  höheren  Seins.  Die  Gottheit
ist  die  absolute  Grösse  und  Einheit  ohne  Vielheit;  das  All  als  eingeschränkte ­
  (contructaj  Einheit,  obwohl  nur  Eines,  doch  nicht
ohne  Vielheit.  Die  Gottheit  schlechthin  Eins,  schlechthin  unendlich,
schlechthin  einfach,  schlechthin  ewig;  das  All  in  seiner  Einheit  beschränkt ­
  durch  seine  Vielheit,  in  seiner  Unendlichkeit  durch  die
Endlichkeit,  in  seiner  Einfachheit  durch  die  Zusammensetzung,  in
seiner  Ewigkeit  durch  die  zeitliche  Aufeinanderfolge.  Wie  Gott  als
der  Unermessliche  weder  in  der  Sonne  noch  im  Monde,  wiewohl  in
beiden  das  ist,  was  sie  schlechthin  gefasst  sind;  so  ist  auch  das
All  weder  in  der  Sonne  noch  im  Monde,  Aviewohl  es  in  beiden  das
ist,  was  sie  auf  eingeschränkte  Weise  sind.  Ihrem  absoluten
Wesen  nach  ist  die  Sonne  dasselbe,  was  der  Mond  ist,  nämlich  Gott,
das  absolute  Wesen  vor  Allem;  ihrem  eingeschränkten  (individuellen) ­
  Wesen  nach  ist  sie  dagegen  etwas  Anderes  als  der  Mond.
Denn  die  Einschränkung  (Besonderung)  macht  jedes  Wesen  zu  Dem,
was  es  ist.  Durch  Einschränkung  wird  das  All  zum  AH  und  die  einzelnen ­
  Dinge  im  All  zu  dem,  was  sie  als  Einzelne  sind.  Das  Universum ­
  als  das  Vollkommenste  geht  der  natürlichen  Ordnung  der  Dinge
zufolge  allem  Übrigen  (minder  Vollkommenen)  vorher,  damit  Jedes
in  Jedem  sein  und  Jegliches  Alles  in  sich  aufnehmen  kann,  damit  es
in  ihm  auf  zusammengezogene  Weise  sei.  Weil  aber  Gott  anf  eingeschränkte ­
  Weise  im  All  und  das  All  in  Allem  ist,  was  heisst  sagen,
dass  Jegliches  in  Jeglichem  sei,  Anderes  als  dass  Gott  durch  Alles
in  Allem  sei  und  Alles  durch  Alles  in  Gott.  Da  nicht  jegliches  Ding
Avirklich  Alles  sein  konnte,  Aveil  sonst  Jegliches  Gott  gewesen  Aväre,
darum  liess  Gott  Alles  in  verschiedenen  Abstufungen  sein.  Damit
endlich  Alles  sei,  was  es  ist,  weil  es  anders  und  besser  nicht  sein
kann,  liess  Gott  ferner  auch  jenes  Sein,  das  ohne  Nachtheil  nicht
zugleich  sein  konnte,  ohne  Schaden  in  zeitlicher  Aufeinanderfolge
sein.  So  ruht  Jegliches  in  Jeglichem  sicher  aus,  weil  eine  Seinsstufe
nicht  ohne  die  andere  sein  kann,  wie  unter  den  Gliedern  des  Körpers
jegliches  jeglichem  dient,  und  Alle  in  Allen  mitberührt  Averden.  Wie
die  Hand  im  Fusse  ist,  weil  der  Mensch  und  seine  lebendige  Kraft
in  diesem  sind,  obgleich  Alles  im  Fusse  als  im  Fusse,  Alles  im  Auge
als  im  Auge  ist,  so  ist  Gott  in  Allem  und  alle  Dinge  sind  in  Gott,
obwohl  ein  Jegliches  in  seiner  besonderen  Weise  ist  und  Gott,  sich
            
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