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Prof. Zimmermann.
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allen Völkern ins Herz gepflanzt habe, durch deren Mannigfaltigkeit
den Grund zur Misshelligkeit und zum Streite in dieselben gelegt
habe. „Lass geschehen,” spricht der Älteste der Gesandten, „dass so
wie Du ein Einiger bist, auch nur Eine Religion und ein Gottesdienst
auf Erden Platz greife.” Auf des menschgewordenen Logos Vorbitte
beruft hierauf der König des Himmels eine Versammlung der Weisesten
aller Völker zu Jerusalem. Juden, Türken und Tataren,
Griechen, Araber und Italiener geben ihre Namen ab, und das Ende
ist, sie Alle bekennen sich zu einer und derselben Wahrheit. „Non
est,” heisst es dort, „nisi una religio in rituurn varietate; licet
appareat diversitas dictionis, est tarnen una in — sententia.”
Ein Wort sehr kühn für seine, ein kühnes für alle Zeiten.
Die Parallele lässt sich noch weiter führen. Wie in dem
deutschen Cardinal sich im seltenen Vereine der Theolog, der Denker
und der Mathematiker begegnen, so bricht in dem Weisen des siebzehnten
Jahrhunderts das Genie sich auf den gleichen Gebieten
schöpferische Bahnen. Wie es beinahe keine wissenschaftliche
Bestrebung der Neuzeit gibt, mag sie dem philosophischen, theologischen,
mathematischen oder naturwissenschaftlichen Felde angehören,
deren Spur und Ahnung nicht schon in den Werken Leibnitzens
angetroffen würde, so steht auch der scharfsinnige Cardinal
yon St. Peter de vincidis zu Rom als ein Mann da, in dessen Geist
die glänzendsten Entdeckungen der Nachwelt wie im Keime schlummerten.
Eine der ersten Zierden unserer Zeit, Ehrenberg, hat
Leibnitzen das gewichtige Zeugniss ausgestellt, dass seine Monadenlehre
den Entdeckungen der Welt des kleinsten Lebens wesentlich
den Weg gebahnt habe. Ein nicht weniger ehrenvolles Zeugniss gab
erst vor kurzem (in der 2. Abtheilung des III. Bandes seines Kosmos)
Alexander von Humboldt unserem Nicolaus von Cusa.
Wenn es auch irrig ist, wie man anfänglich glaubte, dass Nicolaus
von Cusa das Cop er ni Iranische Weltsystem zuerst aufgestellt
und dieser es von ihm entlehnt habe, so ist doch so viel gewiss, dass
er zuerst die Bewegung der Erde gelehrt habe. Merkwürdiger noch
ist es, dass der Cardinal, wie Clemens sehr richtig bemerkt,
beinahe „divinatorisch” diejenige Construction des dunklen Sonnenkörpers
und jener drei theils feurigen, theils atmosphärischen Umhüllungen
geahnt hat, welche Arago 184S zuerst ausgesprochen
und die neuerlichen Sonnenfinsternissbeobachtungen als die wahr-