286
P. Clemens Sibiljan.
Von den Münzen seines Vorgängers Leon III. und yon denen
seiner Nachfolger unterscheidet sich die vorliegende dadurch, dass
auf jenen der König immer zu Pferde dargestellt ist, während er hier
auf dem Throne sitzt, wie auf dem gewöhnlichen Typus Leon JI.
Merkwürdig ist auf unserer Münze auch die Abkürzung: fd'iyi'lll 1
(thagor) für •‘I’l'IH' (thagauor), welche Abkürzung wir auf
den Münzen der früheren Könige unter ISO Stücken nur zweimal
gefunden haben, nämlich auf einer Münze im asiatischen Museum zu
St. Petersburg und auf einer im National-Cabinete zu Paris.
Die Arbeit dieser neuen Münze ist ziemlich roh, so dass man
beim ersten Anblick gleich bemerkt, dass sie eine ganz andere
Fabrication als die Münzen Leon II. hat, mit denen sie nur in der
Grösse übereinstimmt.
Nr. 4. Av. i UUT'C.S hMVH'Mlf* ill (Sembat thagauor Ha.)
Der König mit der Krone zu Pferde nach rechts reitend, in der
rechten Hand eine Lanze mit lilienähnlicher Spitze.
Rv. f f • - l* 'IMVIjMA b Ol»... (sch i Halali
i Si ..) Lateinisches Kreuz, mit 4 langen Strahlen in Form
von Lanzen oder Lilien. JE.
Cabinet der Mechitharisten - Congregation in Wien.
Diese vortrefflich erhaltene Münze lässt keinen Zweifel aufkornmen;
der Name des Königs OUT'1’8 (Semba*t) ist vollkommen
deutlich, nur sind die beiden ersten Buchstaben zusammengezogen.
Der Styl ist fein und die Form der Buchstaben ist verhältnissmässig.
Auch die Kupfermünzen, welche Sestini (Nr. 8) und Brosset (Nr. 18)
veröffentlicht haben, gehören offenbar dem König Sembat an; da
aber die beiden Schriftsteller mit den armenischen Schriftzügen
nicht hinlänglich vertraut waren, und indem der Name des Königs
auf ihren Exemplaren halb verwischt war, so vermochten sie ihn
nicht zu entziffern. Sestini schreibt die Münze Constantin II. zu, und
Brosset gesteht, dass der Name auf seiner Münze ganz unlesbar sei,
jedoch auf der Münze Sestini’s sind die letzten zwei Buchstaben des
Namens: IJDT'CS (Sembat), nämlich (at), welche den ersten
Buchstaben des Wortes fcKiyi'l'l'lll* (thagauor) vorangehen,
und auf der Brosset’s der Anfangsbuchstabe |J deutlich zu lesen,
so dass aus der Form des Reverses und aus den Anfangs- und
Ende-Buchstaben dieser beiden Münzen nothwendiger Weise zu