Zur Vorgeschichte des Jahres 1809 in Tirol.
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Weltpriester, die ihrem Bischöfe anhingen, wenn sie sich nicht durch
die Flucht retteten, der eine da, der andere dorthin verwiesen. An
die-Stelle der Deportirten schickte die haierische Regierung andere
Priester, die ihr Vertrauen genossen, unter denen ein gewisser
Dresch, Elzenbaum, Sandbichler, Kotier, Prantner, Hermeter, Ambach
u. s. w. genannt werden, Männer aus verschiedenen Klöstern und
Diöcesen zusammengerafft, leider nicht immer vom besten Wandel
und Charakter. Den Einzug Hermeters in St. Martin in Passeyr
schildern die Bauern noch mit einiger Schalkheit, wie er mit Jagdhunden
an der Schnur und Flinten auf dem Rücken daher kam, und
sich sogleich nach dem Wildstande im Tliale erkundigte. Allein die
armen Männer waren zu bedauern. Vom Bischöfe von Chur ipso
facto suspendirt, konnten sie keine einzige geistliche Function verrichten;
erschienen sie in der Kirche, so lief das Volk davon ; wollten
sie Kranke besuchen, so wurden ihnen die Thören verschlossen. Man
erzählt sogar komische Auftritte. In St. Martin starb ein Bauer. Wer
ihm die Sacramente gereicht oder im Tode heigestanden, blieb mir
unbekannt. Als ihn einige Männer ohne kirchliche Ceremonie zu
Grabe trugen, erschien plötzlich Pfarrer Hermeter im Chorrock. Sogleich
stellten die Träger die Bahre nieder und liefen davon. Kaum
hatte sicli Hermeter entfernt, kehrten die Bauern zurück und trugen
die Leiche weiter. Hermeter erschien wieder, und die Träger liefen
wieder davon, und so zum dritten Male. Erst als sich Hermeter hierauf
nicht mehr sehen liess, wurde die Leiche ohne Sang und Klang
eingescharrt. — Der Kurat Sandbichler zii Riffian war buchstäblich
nahe daran zu verhungern; Niemand gab ihm Zins und Zehent, Niemand
wollte ihn pflegen und hegen. Überall musste die Regierung
mit Militärmacht nachhelfen. In das Thal Passeyr rückten daher in
der Nacht vom 29. auf den 30. Juli unter Anführung der Majore von
Zoller und Speicher zwei Compagnien Soldaten, eine von Sterzing,
die andere von Meran ein, zu keinem andern Zwecke, als um die
Bauern in die Messe und Predigt der suspendirten Geistlichen zu
treiben, und die Rädelsführer aufzuheben, die es gewagt hatten, bei
einem ohne Geistlichen gehaltenen Kreutzgange, den man für einen
Landsturmzug ansah, die Fahnen zu tragen und vorzubeten. Und so
verblendet war das General-Landes-Commissariat, dass es über den
Erfolg dieser Massregeln unter dem 8. Aug. folgenden Bericht an
den König schrieb: „Die Bestürzung über den unerwarteten Ein-.