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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Zur  Vorgeschichte  des  Jahres  1809  in  Tirol.

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der  beiden  Männer,  des  Generalvicars  und  des  Dechants  Tecini  kurz
zuvor  durch  glänzende  Titel  gewonnen,  indem  sie  den  erstem  zur
Würde  eines  kön.  geheimen  Ratlies,  den  letztem  zurWürdeeines
wirklichen  geheimen  Rath  es  erhob.  Das  General-Landes-Commissariat
  verkündigte  also  den  Übergang  des  abgerissenen  Churer
Sprengels  an  Trient  unter  dem  14.  Mai  allen  betheiligten  Behörden
und  dem  gesammten  Klerus  in  den  Provicariaten  von  Unter-  und  Ober-Vintseligau.
  Auf  den  Wunsch  der  Regierung  erliess  auch  der  Tridentinische
  Generalvicar  sogleich  einen  Hirtenbrief  an  die  neuübernommene
Geistlichkeit,  worin  er  ihr  seine  neue  Gewalt  ankündigte.  Von  der
kön.  Regierung  wurde  er  sowohl  für  den  Hirtenbrief,  als  auch  insbesondere ­
  für  die  darin  ausgesprochenen  richtigen  Ansichten  von  dem
Verhältnisse  zwischen  Kirche  und  Staat  mit  glänzendem  Belobungsdecrete
  belohnt.  Das  General-Landes-Commissariat  that  nun  ungesäumt ­
  Schritte,  um  die  neue,  wie  es  glaubte,  gelungene  Einrichtung
für  seine  Zwecke  weiter  zu  verfolgen.  Einer  der  wesentlichsten  bestand ­
  darin,  dass  es  ergebene  Männer  an  den  Pfarren  der  deportirten
  Churer  Priester  anstellte,  und  sie  von  Trient  mit  den  geistlichen ­
  Facultäten  versehen  liess.  Unter  diesen  war  die  Anstellung
des  bisherigen  Professors  der  biblischen  Exegese  und  Pro-Kanzlers
der  Universität  von  Innsbruck,  Ingenu  irr  Koch,  als  Pfarrer  zu
Meran  die  bedeutendste.  Koch  war,  wie  der  Erfolg  zeigte,  ein  gewissenhafter ­
  und  redlich  denkender  Mann,  aber  ohne  tiefere  dogmatische ­
  und  kirchenrechtliche  Schulbildung.  Ihm  war  die  Aufgabe  zugedacht, ­
  als  landesfürstlicher  und  bischöflich  trientnerischer  Commissär
  die  Einigkeit  und  Unterwerfung  der  Geistlichen  zu  bewirken;
allein  dazu  fehlte  ihm  die  nöthige  Kraft  und  geistige  Überlegenheit.
Koch  kam  am  t>.  Juni  nach  Meran  und  eröffnete  sogleich  die  Verhandlungen ­
  mit  dem  Klerus.  Am  19.  Juni  fand  eine  zahlreiche  Conferenz
Statt,  hei  welcher  die  einflussreicheren  Geistlichen  aus  Vintschgau,
Meran  und  Passeyr  erschienen.  Koch  suchte  sie  durch  viele  Gründe
zu  bewegen,  sich  dem  Generalvicariate  von  Trient  zu  unterwerfen;
der  Bischof  von  Chur,  sagte  er,  sei  bürgerlich  todt,  und  somit  das
Ordinariat  von  Trient  berechtigt,  sich  der  verlassenen  Heerde  anzunehmen. ­
  Zur  Begründung  seiner  Behauptung  berief  er  sich  auf  die
Canonisten  Lucius  Ferrari  und  Fagnani,  und  auf  das  Concilium  von
Trient,  welches  im  16.  Cap.  der  24.  Sitzung  wirklich  bestimmt,
dass  bei  einer  Sedis-Vacanz  der  benachbarte  älteste  Bischof  der
            
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