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Prof. Jäger.
Indessen in der Notli musste man doch auch bei Brixen anldopfen,
und das General-Landes-Commissariat erhielt den Befehl, dem
Bischöfe die Übernahme des abgerissenen Churer Sprengels geradezu
aufzutragen. Doch dasselbe fand nicht für gut, gebieterisch zu
Werke zu gehen, und berichtete unter dem 13. Februar an den
König: „Ich erlaube mir die Vorstellung, dass so wie ich den Bischof
von Brixen und seine Umgebung kenne, und wie frühere Vorgänge
beweisen, durchaus nicht zu erwarten sei, er werde auf eine directe
Aufforderung der Regierung den Churer Sprengel provisorisch übernehmen.
Sowohl er als besonders seine Rathgeber denken viel zu
finster, um den Wünschen Ew. kön. Majestät so gerade zu entsprechen.
’ An den Bischof von Brixen jedoch schrieb Graf Arco unter
demselben 13. Februar: „Möchte doch der verlassene Churer Sprengel
so glücklich sein, nach dem Wunsche Sr. Majestät von einem inländischen
Oberhirten, wie dieses die Kirchengesetze auf den Fall sedis
vacantis seu impeditae so wohlthätig vorgesehen haben, bald möglichst
unter Ew. flirstl. Gnaden einstweilige geistliche Obhut genommen
und dadurch vor denjenigen Nachtheilen geschützt werden,
denen eine geistliche Gemeinde ohne Oberhaupt nur allzu leicht ausgesetzt
ist. Allein Fürst Karl hatte für den schmeichelhaften Antrag
kein Gehör; er erklärte kurzweg, die abgerissenen Churer Antheile
nie übernehmen zu wollen, wenn sie ihm nicht delegirt werden, und
ich finde, dass das General-Landes-Commissariat unter dem 9. März
dem Ministerium des Innern rieth, mit dem Bischöfe von Brixen
schonend umzugehen, um nicht auch diesen durch directe Befehle
zu heftigerem Widerspruche zu reizen. Wahrscheinlich hatte der
später in der Brixner Diöcese so einflussreiche Michael Feichter an
dieser Haltung des Bischofs grossen Antheil; denn gerade um diese
Zeit musste Hofstetten ihn, wie das Decret sagt, wegen seiner hin—
fei listigen Widersetzlichkeit auf der Stelle von Brixen entfernen,
und ihm einen unschädlichen Aufenthalt anweisen.
Da also bei dem Ordinariate Brixen so wenig zu gewinnen war,
wie bei Augsburg, wendete die kön. baierische Regierung ihr Augenmeik
auf das Ordinariat Trient, von dessen Generalvicar sie die
nachgiebigste Willfährigkeit erwartete. Sie täuschte sich nicht. Graf
Spam kam dem Wunsche der Regierung bereitwilligst entgegen, er
fand sogar, dass schon die Natur das ganze Vintschgau geographisch
an Jiient angewiesen habe Freilich hatte die Regierung die Herzen