Zur Vorgeschichte des Jahres 1809 in Tirol.
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stration des Churischen Sprengels, so weit derselbe in Unsere Staaten
hereinreicht, von einem unserer inländischen Bischöfe übernommen,
und von diesem für jeden Bezirk würdige Vicarien angestellt
werden.”
Allein an diesem letzten Punkte scheiterten alle Berechnungen
und Bemühungen der Regierung. Es war dem Commissär Hofstetten
einige Augenblicke gelungen, den Provicar Schuster in Schluderns
willfährig für seine Absichten zu finden. Als aber Schuster sein
Vicariat über den Clerus von Vintschgau geltend machen wollte, erhielt
er alle seine Currenden mit bittern Vorwürfen zurück. Beiläufig
um die Mitte Februars änderte er selbst seine Gesinnung, und weigerte
sich auf die Anträge der Regierung weiter einzugehen.
Eben so wenig gelang die beantragte Vereinigung des abgerissenen
Churertheiles mit Augsburg. Der Churfürst von Trier und
Bischof von Augsburg, ein Prinz von ausgezeichneter Rechtlichkeit,
konnte so wenig, selbst durch den allerhöchsten Einfluss des Königs,
zur Annahme, als der Fürstbischof von Chur durch wiederholte Drohungen
und Aufforderungen zur Abtretung bewogen werden, und es
grenzt nun beinahe ans Komische, wie die.baierische Regierung die
abgerissenen Bisthumsstücke feilbietend von einem Ordinariate zum
andern herumtrug. Der nächste Bischof, dem sie angeboten wurden,
war der von Brixen. Brixen hatte offenbar in der ganzen Geschichte
mehr Geschmeidigkeit bewiesen, als die andern Ordinariate. Es war
schon im November 1807 auf Purificirungs - Anträge eingegangen,
und hatte als Tausch für den Bezirk von Lienz die Gemeinden im
Zillerthale: Dux, Hyppach und einen Theil von Fügen an Salzburg
abgetreten. Dennoch hatte das General - Landes - Commissariat nie
grosses Vertrauen zu Brixen gefasst. In einem Berichte an das Ministerium
des Innern schreibt Graf Arco oder Herr v. Mieg ganz naiv :
„Wir müssen anrathen, dass derjenige Theil Tirols, der bisher unter
Salzburg und Chiemsee stand, dem Freisinger und nicht dem Brixner
Sprengel untergeben werde, weil Ew. kön. Majestät nur allzu
bekannt ist, welcher Geist im Bisthume Brixen herrscht, so dass die
ganze Brixner Diöcesan-Geistlichkeit durch ihre tiefe \erfinsteiung
weit hinter dem benachbarten Salzburger Klerus zurücksteht. Auch
in politischer Rücksicht wird es rathsamer sein, die baierische
Diöcese Freising eher nach Tirol auszudehnen, als die sehr antibaierische
Brixner Diöcese zu vergrössern.