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Prof. Jäger.
die Regierung, dazu tauglich fände; da der zweite Punkt den wahrlich
neuen Grundsatz aufstellte, dass zukünftig in kirchlichen Dingen der
Staat Gesetzgeber, und der Bischof und Klerus nur Vollzieher der
politischen Verordnungen sein sollte, und da endlich der dritte Punct
den Bischöfen nicht nur ein wichtiges Recht entriss, sondern auch
die zukünftige Anstellung aller Seelsorger an den Staat übertrug, so
war, wenn die Bischöfe nicht auf ihre wesentlichen Rechte verzichten
wollten, das Signal zum Streite gegeben. Doch ehe ich weiter fahre,
wird eine kleine Schilderung der Individualitäten, die den Kampfplatz
betraten, hier nicht am Unrechten Orte stehen.
Tirol hatte damals 3 Bichöfe in seinem Lande. Es erstreckte
sich nämlich das Bisthum Chur, seit den Tagen seiner Gründung,
hinein ins Land, und umfasste nebst dem ganzen Vintschgau auch
noch im Burggrafenamte alle Berg- und Thalgemeinden, die am
linken Etsch- und rechten Passer-Ufer gelegen sind. Der damalige
Fürstbischof Karl Rudolf Freiherr vonBuol aus dem Geschlechte der
Schauenstein residirte zu Meran, wo er seit dem Jahre 1803 auch
ein Seminarium für Kleriker errichtet hatte. Auf dem Stuhle des
heil. Vigilius in Trient sass Emanuel Maria Graf vonThunn aus der
Linie von Castell Brughier. In Brixen trug die bischöfliche Infel Karl
Franz aus dem gräflichen Hause der L o d r o'n. An der Nordgrenze
Tirols griffen noch herein die Bisthümer Augsburg, Chiemsee und
Salzburg, und übten über kleinere oder grössere Landestheile ihre
geistliche Macht. Der Charakter der drei Fürstbischöfe von Chur,
Trient und Brixen lebt noch in zu frischem Andenken, als dass
er einer umständlicheren Beschreibung bedürfte. Karl Rudolf von
Chur war ein klarer Verstand, und besass eine unbeugsame eiserne
Willenskraft. Gefahren und Hindernisse kannte er sowenig, als ein
winkelzügiges Benehmen; er war in Wort und That ein gerader
Mann. Seine nächste Umgebung bestand, weil Gleichheit der Naturen
sich gegenseitig anzieht, aus Männern von derselben eisernen Willensfestigkeit.
Dahin gehören der Kanzler Baal, ein praktisch-gelehrter
Kanonist und Theolog, die beiden Purtscher, Gottfried und Ignaz,
ersterer eine unerschöpfliche Fundgrube von Mitteln in allen Verlegenheiten
seines Bischofs; die beiden Tapfer, Anton und Michael,
fromme, gelehrte Männer; der Provicar Nicolaus Patscheider,
Pfarrer von Meran, und Joseph Lutz, ein Priester ohne höhere
Stellung. Was diese Männer sammt und sonders auszeichnete, und